Riesenbärenklau

Riesenbärenklau: Der Kampf gegen den giftigen Überlebenskünstler

Gröbzig - Alle kämpfen gegen den Riesenbärenklau, aber die aus dem Kaukasus stammende, eingeschleppte Pflanze ist ein Überlebenskünstler.

Von Helmut Dawal

Der Riesenbärenklau, er scheint nicht totzukriegen zu sein. Auch in diesem Jahr hat sich diese große und giftige Pflanze an der Fuhne zwischen Gröbzig und Werdershausen wieder in voller Pracht gezeigt und ist zum Teil noch zu sehen.

Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt Südliches Anhalt haben sich bemüht, der Herkuleskeule, so wird das Gewächs auch bezeichnet, zu Leibe zu rücken. Ob die Arbeiten dazu führen, dass der Riesenbärenklau in diesem Bereich eines Tages ausgerottet ist, steht aber in den Sternen.

Rechtzeitige Bekämpfung

Wie Stadtsprecher Christian Merx auf MZ-Anfrage informierte, führe die Stadt rechtzeitige Bekämpfungen im Jugend- und Entwicklungsstadium der Pflanzen durch.

Dafür werde eine Unimog mit Teleskopausleger genutzt. Mit diesem werden die Pflanzen tief abgeschlagen. „Hierdurch“, so Merx, „soll die Entwicklung der Pflanzen und die Ausbildung der Haupt- und Nebendolden unterbunden und die Vermehrung verhindert werden.“

Durch Fachleute werde behauptet, dass ein regelmäßiges Abschlagen der Pflanzen im Jugendstadium letztendlich die Pflanzen an sich zerstöre.

Fuhne begünstigt Verbreitung

Am Fuhneweg in Gröbzig wurde die Bekämpfung schon durchgeführt. Dort ist alles abgeschlagen. Die Bekämpfung gestalte sich in diesem Bereich jedoch recht schwierig. Denn in anliegenden privaten Grundstücken hätten sich die Pflanzen auch ausgebreitet.

„Gerade in diesen privaten Bereichen finden keine bemerkbaren Bekämpfungen statt.“ Darüber hinaus sei der Standort an der Fuhne deshalb so gefährlich, da die Dolden, wenn sie zur Ausbildung kommen, ungehindert im Wasser abgeschwemmt werden und so die Verbreitung der Pflanze begünstigen.

Auch der für die Fuhne zuständige Unterhaltungsverband bekämpfe den Riesenbärenklau, in dem die Pflanzen schon im Entwicklungsstadium abgeschlagen werden.

Zweiter Standort nahe Köthen

Laut Christian Merx gibt es in der Stadt Südliches Anhalt noch einen zweiten, allerdings wesentlich kleineren Standort, wo die Herkuleskeule wächst.

Er befindet sich ist in der Gemarkung Großbadegast direkt an der Grenze zur Stadt Köthen im Straßengrabenbereich des Zehringer Wegs vor der Merziener Gemarkung. In diesem Bereich wurde in der ersten Juniwoche eine Bekämpfung durchgeführt. Die dort nachwachsenden Pflanzen müssten nun vor August das zweite Mal bekämpft werden.

Schweren, verbrennungsähnliche Symptome

Biologen warnen vor dem Kontakt mit dem Riesenbärenklau. Der Saft des Gewächses kann auf der Haut bei Kontakt mit Sonnenlicht zu schweren, verbrennungsähnlichen Symptomen führen. Eine Gefahr ist die aus dem Kaukasus stammende und bis zu fünf Meter hohe Pflanze aber auch für die Natur, denn sie verdrängt einheimische Pflanzenarten.

Neophyten - so werden Pflanzen bezeichnet, die sich in Gebieten ansiedeln, in denen sie zuvor nicht heimisch waren. Für die wissenschaftliche Untersuchung dieser Pflanzen gibt es in Halle die Koordinationsstelle für invasive Neophyten (Korina).

Die Einrichtung gehört zum Unabhängigen Institut für Umweltfragen e.V. (Ufu), registriert unter anderem die Standorte der Neophyten und entwickelt mit weiteren Partnern Handlungsstrategien, um Neophyten einzudämmen.

Schutzhandschuhe beim Stutzen

Grundstückbesitzern, die bei sich den Riesenbärenklau entdecken, wird empfohlen, die Blütenstände abzuschneiden und dabei Schutzhandschuhe zu tragen. Die Pflanzenreste sollten im Hausmüll entsorgt werden.

Im öffentlichen Raum sind laut Umweltministerium des Landes entweder die Ordnungsämter oder die unteren Naturschutzbehörden bei den Landkreisen für die Bekämpfung zuständig. (mz)

Weitere Informationen zum Thema im Internet unter www.korina.info