Aufregung in Anhalt-Bitterfeld

Aufregung in Anhalt-Bitterfeld: Jugendamt warnt in Kitas vor vergifteten Schokoriegeln

Köthen - Das Jugendamt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld hat am Donnerstagmorgen alle Kindereinrichtungen in Köthen vor vergifteten Schokoriegeln gewarnt. Das Amt hatte zuvor einen anonymen Anruf erhalten, nach dem sich eine Person in der Stadt aufhalten, soll die Kinder mit den Riegeln ...

04.07.2019, 10:29

Das Jugendamt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld hat am Donnerstagmorgen alle Kindereinrichtungen in Köthen vor vergifteten Schokoriegeln gewarnt. Das Amt hatte zuvor einen anonymen Anruf erhalten, nach dem sich eine Person in der Stadt aufhalten, soll die Kinder mit den Riegeln anlockt.

Polizei in Anhalt-Bitterfeld sieht keine ernstzunehmende Gefahrenlage

Die Polizei ging der Sache nach und konnte wenige Zeit später Entwarnung geben. „Es gibt keine ernstzunehmende Gefahrenlage“, sagte Michael Däumich, Sprecher des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld in Köthen.

Ein Warnaushang in Kitas hatte sich am Vormittag rasend schnell über die sozialen Netzwerke verbreitet und für große Aufregung und viele Spekulationen gesorgt.

Nach MZ-Recherchen könnte es sich bei dem Anrufer um einen polizeibekannten, allerdings schuldunfähigen Mann aus Schlaitz im Landkreis Anhalt-Bitterfeld handeln. Er hatte vor längerer Zeit bereits einen mit einer gesundheitsschädlichen Substanz verunreinigten Joghurt-Becher in einem Supermarkt in Halle platziert. Im August letzten Jahres hatte er den Kaufland-Märkten in Dessau damit gedroht, ihr Hackfleisch vergiftet zu haben.

Den Verdacht hat Anhalt-Bitterfelds Landrat Uwe Schulze gegen Mittag bestätigt. Zwischenzeitlich habe sich herausgestellt, schrieb Schulze auf seiner Facebook-Seite, "dass hierfür wahrscheinlich ein psychisch erkrankter Mensch verantwortlich ist, der schon mehrfach durch Gewaltandrohung auffällig geworden ist".

Landrat Uwe Schulze bedauert, dass sich Mitarbeiter und Eltern große Sorgen machen mussten

Man bedauere es sehr, wenn sich MitarbeiterInnen von Kindertagesstätten und auch Eltern über einen gewissen Zeitraum große Sorgen um ihre Kinder machen mussten. Man habe es aber dennoch für notwendig gehalten,  "sie offen und transparent über die Gewaltandrohung gegen die Kinder zu informieren".   (mz)