Kriminalität

Kriminalität: Polizisten stürmen Wohnhaus in Halle

Halle/MZ/jam/dpa. - Knochen im Wald

09.05.2006, 19:54

Knochen im Wald

Die Razzia war Teil einer gemeinsamen Aktion, bei der die Polizei in Gera und Halle fünf aus dem Kaukasus stammende Männer festgenommen hat. Sie stehen im Verdacht, an einem grausamen Verbrechen im thüringischen Schwarzburg (Kreis Saalfeld-Rudolstadt) beteiligt gewesen zu sein. Dort waren im Herbst 2002 in einem Wald Knochen und die Bekleidung zweier Männer gefunden worden.

Lange Zeit sei die Identität der Toten unklar gewesen, erklärte die Staatsanwaltschaft Gera Dienstag. Eines der Opfer hätten die Ermittler jetzt als einen 47-jährigen Armenier identifiziert. Die Herkunft der zweiten Leiche bleibe weiter offen. Nach dem grausigen Fund hatte eine Soko "Goldfasan" tausende Spuren ausgewertet und war hunderten Hinweisen nachgegangen.

Die Festgenommenen sollen Mitglieder einer Schwerverbrecherbande sein, die für vier Tötungsdelikte in Thüringen verantwortlich ist. Zwei mutmaßliche Bandenmitglieder sind bereits hinter Gittern. Einer sitzt in Frankreich in Auslieferungshaft, der andere wurde vor einigen Monaten am Landgericht Gera zu lebenslanger Haft verurteilt. Der einstige Militärpilot soll mit Komplizen im September 2000 und März 2001 in Katzhütte (Kreis Saalfeld Rudolstadt) zwei Landsleute mit Heroin getötet haben.

Drogen und Diebstahl

Derzeit überprüfen die Ermittler, ob die Gruppe auch für sechs weitere Morde außerhalb Deutschlands verantwortlich ist. Darüber hinaus werde den Männern bandenmäßiger Diebstahl zur Last gelegt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Sie sollen in Deutschland, Belgien, England und Armenien ihren Lebensunterhalt mit Drogenhandel und Diebstahl bestritten haben.

Wie viele der Verdächtigen in Halle gewohnt haben, war von der Staatsanwaltschaft mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu erfahren.