Kriminalität Kriminalität: Ließ sich Angestellte im Vollzug bestechen?

Halle/MZ/sre. - Jetzt hatdie Anklagebehörde gegen eine Vollzugsbedienstete Anklage erhoben und gegen einen ihrer Kollegen einen Strafbefehl beantragt.
"Die Bedienstete hat sich bestechen lassenund dafür Interna an Gefangene verraten",nannte Staatsanwalt Klaus Wiechmann am Freitag den Vorwurf. Der in Untersuchungshaft sitzendenFrau wird zur Last gelegt, gegen Geld pikanteInformationen an Gefangene weitergegeben zuhaben. Die sollen davon profitiert haben,indem sie Straftaten nicht nur im Gefängnisbegehen, sondern von dort aus auch außerhalbverüben konnten.
Gegen einen Kollegen der Frau hat die Staatsanwaltschaftbereits einen Strafbefehl beantragt, in demsie zehn Monate Freiheitsstrafe auf Bewährungfordert. "Gegen diesen Strafbefehl wurde jedochEinspruch eingelegt", so Wiechmann. Nun kommtes zur öffentlichen Hauptverhandlung. DemMann werde ebenfalls Bestechlichkeit und Verstoßgegen das Arzneimittelgesetz zur Last gelegt.Er soll unter anderem verbotene Anabolikafür Kraftsportinteressenten ins Gefängnisgeschmuggelt haben.
Der Razzia in dem Gefängnis "Roter Ochse"in Halle und in der Haftanstalt Naumburg vorausgegangenwaren einjährige Ermittlungen des Landeskriminalamtes.Schließlich besetzten an einem Sonntagmorgen500 Beamte von Polizei und Justiz die Schlüsselpositionender Gefängnisse, durchsuchten die Zellen unddeckten ein kriminelles Netzwerk auf. So hattesich ein regelrechtes Schutzgeldsyndikat etabliert.Die Justiz ermittelt noch gegen 20 anderePersonen, darunter mehrere Gefangene.