Kommentar zum Zeitenwechsel bei den Landes-Grünen

Kommentar zum Zeitenwechsel bei den Landes-Grünen: Die Reifeprüfung

Magdeburg - Sachsen-Anhalts Grüne erleben einen Zeitenwechsel. Nach knapp 20 Jahren sind sie wieder an einer Landesregierung beteiligt. Die Tage der Opposition sind vorerst vorbei. Als Juniorpartner von CDU und SPD soll eines nicht passieren: Groko frisst Grüne. Die Ökopartei will sich nicht von der Großen Koalition in den Schwitzkasten nehmen lassen und mehr als nur ein Anhängsel ...

Von Jan Schumann
Die scheidenden Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen-Anhalt, Cornelia Lüddemann (l.) und Sebastian Lüdecke stehen während des Landesparteitages in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) nebeneinander. dpa-Zentralbild

Sachsen-Anhalts Grüne erleben einen Zeitenwechsel. Nach knapp 20 Jahren sind sie wieder an einer Landesregierung beteiligt. Die Tage der Opposition sind vorerst vorbei. Als Juniorpartner von CDU und SPD soll eines nicht passieren: Groko frisst Grüne. Die Ökopartei will sich nicht von der Großen Koalition in den Schwitzkasten nehmen lassen und mehr als nur ein Anhängsel sein.

Für ihre alten Recken, etwa Umweltministerin Claudia Dalbert und Fraktionschefin Cornelia Lüddemann, gelten allerdings neue Zwänge. Das Arbeitsbündnis „Kenia“ hält nur mit strenger Disziplin und Loyalität zu den Regierungspartnern - und manchmal schmerzhaften Zugeständnissen.

Da sind Konfrontationen mit der neuen Parteispitze programmiert. Die kommt ohne Verstrickungen mit der Landespolitik ins Amt, vertritt die Basis und steht zu den grünen Prinzipien. Wenn die neue Parteichefin mit Blick auf die Fraktion sagt: „Das Programm bestimmen wir“, sind Reibereien absehbar. Das kann der Partei nur guttun und garantiert, dass die Grünen nicht farblos werden. Freilich: Kommende interne Konfrontationen über grüne Politik im Land werden auch zur Reifeprüfung für die Partei.

Den Autor erreichen Sie unter:jan.schumann@mz-web.de