Humorforscher

Humorforscher: Das Lachen ernst nehmen

Magdeburg/MZ/jkl - Lachen und Humor spielen eine wichtige Rolle im sozialen Leben. Dennoch, Wissenschaftler, die sich mit dem Themenbereich befassen, haben es zuweilen nicht einfach, ernst genommen zu werden. „Humor und Lachen sind ja angenehme Forschungsgegenstände, aber sie genießen weniger Ansehen als ernste Themen“, sagt Holger Kersten, Professor am Institut für fremdsprachige Philologien - Anglistik der Universität Magdeburg. Der Wissenschaftler ist lokaler Organisator der diesjährigen Internationalen Sommerschule zum Thema Humor und Lachen, die erstmals in Magdeburg ...

Lachen und Humor spielen eine wichtige Rolle im sozialen Leben. Dennoch, Wissenschaftler, die sich mit dem Themenbereich befassen, haben es zuweilen nicht einfach, ernst genommen zu werden. „Humor und Lachen sind ja angenehme Forschungsgegenstände, aber sie genießen weniger Ansehen als ernste Themen“, sagt Holger Kersten, Professor am Institut für fremdsprachige Philologien - Anglistik der Universität Magdeburg. Der Wissenschaftler ist lokaler Organisator der diesjährigen Internationalen Sommerschule zum Thema Humor und Lachen, die erstmals in Magdeburg stattfindet.

Vom 22. bis 27. Juli werden Psychologen, Soziologen, Kultur- und Sprachwissenschaftler, Ethnologen und Informatiker neue Erkenntnisse der Humorforschung austauschen und diskutieren. Die Teilnehmer kommen vor allem aus Europa, sagt Kersten, aber auch aus Asien und Australien.

Aus dem Programm: Wie verändern sich Witze, wenn sie von einem Land in ein anderes transferiert werden?; absurder Humor; Funktionen des Lachens im sozialen Miteinander; wohlwollender Humor; Clownstudien; Stummfilm-Comedy. Die Idee der Sommerschule sei es, Nachwuchswissenschaftler, die in ihrem Fach zum Themenbereich Lachen und Humor forschen, mit etablierten Forschern zusammenzubringen und ihnen so die Möglichkeit der Fortbildung zu geben. Unter den Dozenten einer der prominentesten ist der Züricher Psychologe Willibald Ruch, der die Humor-Sommerschule mitbegründet hat.

Kersten selbst wird als Dozent der Sommerschule über die Komplexität des amerikanischen Humors sprechen. Und zwar am Beispiel des berühmten Schriftstellers Mark Twain. „Es geht mir darum zu zeigen, wie problematisch Humor schon im 19. Jahrhundert sein konnte“, erklärt Kersten. Denn Twain, heute als Meister des amerikanischen Humors verehrt, war nicht immer glücklich mit dem Label „Humorist“. Er wusste, dass er als solcher weniger angesehen sein würde, als wie ein „ernsthafter“ Schriftsteller. Ein Problem, vor dem wie gesagt auch Humorforscher zuweilen stehen.

Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie auf der Internetseite der Sommerschule: www.humoursummerschool.org