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Haftanstalt Burg Haftanstalt Burg: An Genitalien durch die Zelle gezogen

Von Kai Gauselmann 03.02.2012, 20:25

Magdeburg/MZ. - Demnach wurde Ronny W. täglich durch seinen Zellengenossen Sebastian S. geschlagen und bedroht, drei Wochen lang. Er trug Hämatome am ganzen Körper davon. Er wurde von Sebastian S. sogar an seinen Genitalien durch die Zelle gezerrt. Um seine Schreie zu ersticken hatte Sebastian S. seinem Opfer ein Handtuch in den Mund gestopft.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte Ronny W. sich über seinen brutalen Zellengenossen bereits beschwert - allerdings bevor die Misshandlungen begannen und weil ihm der andere Tabak sowie Adressen von Briefpartnern gestohlen hatte. Laut Bericht habe es dann ein "klärendes Gespräch" mit der Abteilungshelferin gegeben. Ronny W. habe dann Besserung gelobt, "und beide Gefangenen bezeugten nach dem Gespräch übereinstimmend, dass sei weiterhin gemeinsam auf einem Haftraum untergebracht bleiben möchten", wie es im Bericht heißt. Doch besser wurde nichts, nach und nach wurde es immer schlimmer: Erst Drohungen, dann gelegentlich Schläge und dann Tag und Nacht Misshandlungen. Weil ihn sein Peiniger mit dem Tode drohte, schwieg der Gepeinigte - erst nach einem Hinweis auf ein Hämatom im Gesicht des Mannes wurden die Wärter aufmerksam. Ronny W. wurde daraufhin untersucht und weitere Hämatome an Oberkörper und Unterleib festgestellt. Anders als in Berichten einiger Medien behauptet, musste Ronny W. aber weder notoperiert werden, noch haben andere Gefangene bei den Misshandlungen mitgemacht. Ermittlungen zu dem Fall sind bei der Polizei im Jerichower Land anhängig und noch nicht abgeschlossen.