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Dauerfrost Dauerfrost: Binnenschiffer bangen um Existenz

Von Maria Böhme 07.02.2012, 12:16
Treibeis schwimmt auf der Wasseroberfläche der Elbe unter der Trogbrücke bei Hohenwarthe (Kreis Jerichower Land). (FOTO: DPA)
Treibeis schwimmt auf der Wasseroberfläche der Elbe unter der Trogbrücke bei Hohenwarthe (Kreis Jerichower Land). (FOTO: DPA) dpa-Zentralbild

Magdeburg/dpa. - Der Dauerfrost lässt erste Binnenschiffer umihre Existenz bangen. «Nachdem der letzte Winter schon so heftig warund wir drei Monate lahmgelegt waren, trifft uns dieser umso härter»,sagte Kapitän Reinhard Weiß aus Hohenwarthe bei Magdeburg am Dienstagin einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Für ihn entstehejeder Tag rund 1000 Euro Verlust, wenn seine beiden Schiffe im Eisfestsitzen.

Seit einer Woche können die beiden Schubboote des 56-Jährigen denMagdeburger Hafen nicht mehr verlassen. «In solchen Zeiten kommen daschon mal Existenzängste auf», sagte Weiß. «Die entstandenen Verlustekönnen wir das ganze Jahr nicht aufholen.» Zwar habe jede Jahreszeitso ihre Tücken für die Schifffahrt - Hochwasser, Niedrigwasser oderStürme - doch der Winter sei die härteste Belastungsprobe.

Anfang Januar hatten Weiß und seine Mannschaft noch gehofft, dassder Winter schon fast überstanden sei. Doch dann kam die Kältewelleerst richtig. Weiß ist selbstständig, für sieben Mitarbeiter trägt erdie Verantwortung. Seine beiden Schubboote sind normalerweise amMagdeburger Hafen und zwischen Berlin und Hamburg unterwegs.

Langeweile komme während der erzwungenen Pause nicht auf. Aufeinem Schiff sei immer etwas zu tun - lackieren, reparieren, putzen.Die Boote sind die Existenzgrundlage von Weiß. Deswegen lasse er sieauch bei diesem Frost nicht allein.

Natürlich vermisse ihn seine Familie, aber die Schiffe gingen vor,sagte Weiß. Seit ein paar Tagen schläft der 56-Jährige auch auf einemseiner Kähne, um nachts beispielsweise die Heizung zu überprüfen. Erwolle verhindern, dass die Kälte noch größeren Schaden anrichtet, alssie es bereits getan habe.