Zwei Herzen für das Revier

Zwei Herzen für das Revier: Strukturwandel weckt viele Begehrlichkeiten

Weißenfels/Zeitz - Der Strukturwandel weckt viele Begehrlichkeiten. Auch darum will der Burgenlandkreis Sorge tragen, dass das Kernrevier nicht ins Hintertreffen gerät.

Von Alexander Kempf 22.02.2019, 06:00

Der Schwerpunkt des Strukturwandels muss aus Sicht des Landrats Götz Ulrich (CDU) im Kernrevier liegen, also dort, wo in den nächsten Jahren Industriearbeitsplätze wegfallen. Damit dieses Kernrevier nicht zu kurz kommt, hat er nun mit Arvid Friebe einen Revierbeauftragten benannt. Der Geschäftsführer der Infra-Zeitz Servicegesellschaft soll in den kommenden Jahren unter anderem Sorge tragen, dass die „Altindustriestandorte“ in den Gemeinden Elsteraue, Hohenmölsen, Lützen, Teuchern sowie Zeitz aufbereitet und somit für neue Investoren interessant werden.

Arvid Friebe hat bereits mehrere Jahre für die Wirtschaftsförderung Sachsen-Anhalt gearbeitet und bringt so aus Sicht des Landrats viel Erfahrung mit. Der Revierbeauftragte selbst versteht seine Aufgabe als Moderator und Motor. „Ich fühle mich geehrt und sehe der Aufgabe mit Freude entgegen“, sagt er. Als Revierbeauftragter wird Arvid Friebe den Landrat künftig auch bei der neu entstanden interministeriellen Arbeitsgruppe in Magdeburg vertreten.

Sttrukturwandel im Burgenlandkreis: „Ich freue mich auf einen regen Austausch mit den Gemeinden“

Im Revier ist Arvid Friebe Ansprechpartner für die betroffenen Gemeinden. Die werden sich laut Landrat Götz Ulrich künftig regelmäßig zum Strukturwandel austauschen. Die Vertreter des Kernreviers sollen monatlich zusammensitzen, die Bürgermeister und Oberbürgermeister der übrigen Kommunen im Landkreis kommen einmal im Quartal hinzu. „Ich freue mich auf einen regen Austausch mit den Gemeinden“, sagt der Revierbeauftragte Arvid Friebe mit Blick auf die kommenden Treffen.

Ab März wird der Strukturwandel außerdem in der Kreisverwaltung zu Veränderungen führen. Dort entsteht nämlich eine Stabsstelle Strukturwandel. Geleitet wird das dreiköpfige Team von Anika Meinhardt aus dem Kreiswirtschaftsamt. Die studierte Betriebswirtschaftlerin aus dem Weißenfelser Ortsteil Langendorf ist dort in der Vergangenheit unter anderem mit Themen wie der Gewinnung von Fachkräften oder der Akquise von Fördermitteln betraut gewesen.

Sttrukturwandel: Burgenlandkreis ist als Abwicklungspartner für Förderprogramme federführend

Künftig soll die neue Stabsstelle Hauptansprechpartner für die anderen Partner in Mitteldeutschland sein. Etwa beim Modellvorhaben „Unternehmen Revier“, in dem der Burgenlandkreis gemeinsam mit den anderen Gemeinden in der Metropolregion Mitteldeutschland Pilotprojekte zum Strukturwandel vorantreibt. „Ich hoffe, dass wir uns mit diesem ersten Schritt so aufstellen, dass wir die betroffenen Gemeinden gut informieren können“, sagt der Landrat. Denn der Burgenlandkreis ist als Abwicklungspartner für Förderprogramme federführend bei dem Gemeinschaftvorhaben.

Die neue Stabsstelle Strukturwandel in der Landkreisverwaltung soll auch Sorge tragen, dass die Pilotprojekte nicht zu Bruchlandungen werden. „Manche Ideen sind sicher gut. Es sind aber auch Leute unterwegs, die womöglich woanders schon nicht erfolgreich gewesen sind“, kommentiert der Landrat. Damit die Stabsstelle über ausreichend technischen Sachverstand verfügt ist auch ein Physiker mit an Bord, verrät der Landrat.

Sttrukturwandel im Burgenlandkreis: Welche Branchen haben künftig Entwicklungspotenzial?

Der Landkreis lässt im Rahmen des „Unternehmens Revier“ prüfen, welche Branchen künftig Entwicklungspotenzial haben. „Wir wollen etwas auftun, für das es auch einen Bedarf gibt“, erklärt der Landrat. Mit konkreten Ergebnissen könnten sich größere Fördertöpfe auftun. Denn die Summen, die bisher für den Kohleausstieg in den Raum gestellt worden sind, seien durchaus beachtlich, meint Götz Ulrich.

Der Landrat hofft, dass sich die Wirtschaft vor Ort aktiv in den Strukturwandel einbringt. Erster Ansprechpartner ist und bleibt für ihn daher die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag). „Wenn die Mibrag das Signal ausgibt, neue Wirtschaftszweige aufzumachen, dann müssen wir das unterstützen“, sagt Götz Ulrich. Denn ob eine Großansiedlung eines neuen Unternehmens gelingen kann, das stehe in den Sternen. „So etwas gelingt sowieso nur, wenn der Bund mitsteuert“, lautet dazu die Position des Landrats. (mz)