Noch zu viele Granaten im Zeitzer Forst

Wie gefährlich wird die kommende Waldbrand-Saison?

Von Matthias Voss
Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand (Foto: imago images/Tim Oelbermann)

Breitenbach - Für Rüdiger Erben ist der Zeitzer Forst das schönste Waldgebiet weit und breit. „Umso mehr ist es ärgerlich, dass er seit Jahrzehnten militärisches Schutzgebiet ist und deswegen nicht von den Menschen zur Erholung genutzt werden kann“, so der SPD-Landtagsabgeordnete.

Gefahr für Feuerwehren

Deswegen fordert er, dass so schnell wie möglich damit angefangen wird, auch in den von ihm geschätzten zwei Drittel des Gebietes mit der Kampfmittelberäumung zu beginnen, damit das Gebiet wieder gefahrenlos betreten werden kann. „Die Munition wird ja mit den Jahren durch Korrosion gefährlicher. Mittlerweile wächst wortwörtlich immer mehr Gras darüber“, so Erben.

Der SPD-Politiker sieht aber auch eine große Gefahr für die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren aus Breitenbach und Umgebung. „Sobald die Waldbrand-Saison wieder beginnt, könnte das ganze Ausmaß der Gefahr deutlich werden. Denn eine Bekämpfung der Feuer ist bei der Belastung im Boden ja kaum bis gar nicht möglich“, meint der Politiker. Eine Kampfmittelberäumung sollte jetzt starten.

In Gardelegen gebe es eine hochmoderne Anlage zur Vernichtung der Funde, die aber kaum genutzt werde. Und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben habe Rückstellungen in Milliardenhöhe. „Ich verstehe nicht, warum diese Gelder nicht für die Kampfmittelbeseitigung genutzt werden“, sagt Rüdiger Erben.

Panzerpionier-Batallion 701 aus Gera hat hier einen Übungsplatz

Hauptnutzer des Zeitzer Forstes, zumindest im wesentlich größeren, östlichen Teil, ist die Bundeswehr. Das Panzerpionier-Batallion 701 aus Gera hat hier einen Übungsplatz. Der sei natürlich vollständig von Infanteriemunition und Granaten geräumt, wie die Pressestelle des Bundeswehr-Bundesamtes für Infrastruktur mitteilte. Diese stammen hauptsächlich aus Beständen der sowjetischen Armee, die den Standort von 1951 bis 1991 nutzte.

Für die restliche Fläche herrscht ein strenges Betretungsverbot. Laut der Bundeswehr gibt es auch von deren Seite aus keine Anstrengungen, den Teil, den man selber nicht nutzen möchte, von Kampfmittelresten zu beräumen. Eine zivile Nutzung könnte so auf Jahre hinaus weiter unmöglich sein.

Größtes Waldgebiet

„Mir ist durchaus bewusst, dass die Beräumung Jahrzehnte dauern wird, doch sie muss auch endlich angegangen werden. Der Zeitzer Forst ist das größte Waldgebiet in einem der waldärmsten Landkreise Deutschlands. Naturschutz darf kein Vorwand sein, die Kampfmittelbeseitigung im zivilen Teil des Zeitzer Forst nicht voranzutreiben“, untermauert Rüdiger Erben noch einmal seine Forderung. (mz)