„Das Blut ist knapp“

Wegen der Pandemie: Zahl der Blutspender im Hyzet in Alttröglitz geht dramatisch zurück

In Zeiten der Corona-Pandemie geht die Zahl der Blutspender dramatisch zurück. Zum Termin im Hyzet kamen etwa die Hälfte der üblichen Freiwilligen.

Von Yvette Meinhardt 27.11.2021, 14:24
Viermal im Jahr findet im Hyzet- Klubhaus ein Termin zur Blutspende statt.  Brit Meinhardt von der DRK-Sozialstation  übergibt Spender  Klaus Stehfest  nach der Spende einen Lunchbeutel.
Viermal im Jahr findet im Hyzet- Klubhaus ein Termin zur Blutspende statt. Brit Meinhardt von der DRK-Sozialstation übergibt Spender Klaus Stehfest nach der Spende einen Lunchbeutel. Foto: Meinhardt

Alttröglitz/MZ - Nur 33 Frauen und Männer kamen am Mittwochnachmittag zur Blutspende in das Hyzet Kultur- und Kongresszentrum. Damit geht die Zahl der Spendenden weiter dramatisch zurück. „Die Leute haben Angst, in Zeiten der Corona-Pandemie zum Spenden zu kommen, wissen nicht, ob sie nach einer Impfung kommen dürfen oder fühlen sich nach der Impfung nicht 100-prozentig wohl“, sagt Brit Meinhardt von der Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Tröglitz.

Nur die Hälfte: Zahl der Blutspender geht wegen der Pandemie dramatisch zurück

Sie gehört zu den Ehrenamtlichen, die den Spendetermin in dieser Woche organisiert hatten. Viermal im Jahr finden die Blutspende-Termine im Hyzet Kultur- und Kongresszentrum in Alttröglitz statt. Die Frauen im Ehrenamt organisieren die Abläufe, bauen die einzelnen Stationen auf, betreuen die Spender vor Ort, gehen einkaufen und bereiten kleine Tüten zum Mitnehmen vor. Denn Imbiss in geselligen Runden gibt es in der Corona-Zeit nicht.

Die Zahl der Blutspender geht dramatisch zurück. Vor Corona-Zeiten kamen zwischen etwa 60 und 70 Leute zu einem Termin, im vergangenen Jahr waren es etwa 50, im Juni 38, im September 37 und in dieser Woche gerade noch 33. „Wir haben diesen dramatischen Einbruch seit dem Frühjahr zu verzeichnen. Da gab es auf der einen Seite die Lockerungen in der Pandemie und damit stieg in Krankenhäusern auf der anderen Seite der Bedarf an Blutkonserven“, sagt Nico Feldmann, Regionalleiter des Blutspendedienstes der Landesverbände des DRK Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen (NSTOB).

3G-Regelung beim Blutspenden des DRK-Blutspendedienst

„Aber das Blut ist knapp. Wir haben nur noch für einen Tag Vorräte an Blutkonserven“, macht Feldmann die dramatische Lage deutlich. Der Rückgang konnte seit dem Frühjahr nicht gestoppt werden. „Die Leute sind verunsichert. Aber ich kann klar sagen, man darf nach der Impfung gegen Corona sofort wieder spenden. Man sollte sich aber wohl und gesund fühlen“, so Feldmann. Doch die Einschränkungen gehen weiter.

Ab Montag, 29. November, gelten bei allen vom DRK-Blutspendedienst durchgeführten Blutspendeterminen eine 3G-Regelung. Zutritt erhalten ausschließlich Menschen, die den Status geimpft, genesen oder getestet (Antigen-Schnelltest nicht älter als 24 Stunden oder PCR-Test nicht älter als 48 Stunden) vorweisen können. „Aber aus organisatorischen Gründen können wir vor Ort bei der Blutspende keine Schnelltests anbieten. Dazu sind wir personell nicht in der Lage“, sagt Feldmann und befürchtet einen weiteren Rückgang der Zahl der Spender.

Mit Sorge blickt das Rote Kreuz auch auf die kommenden Monate

Doch zur Sicherung der notwendigen Versorgung bittet Feldmann und der Blutspendedienst darum, die angebotenen Termine unter Erfüllung der 3G-Regelung wahrzunehmen. „Die Versorgungslage mit Blutpräparaten war in den letzten Wochen sehr angespannt. Wir appellieren weiterhin an jeden Menschen dem es möglich ist, zur Blutspende zu gehen“, sagt Markus Baulke, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes.

Mit Sorge blickt das Rote Kreuz auch auf die kommenden Monate. Erste Schulen und Kulturhäuser haben schon geschlossen. Darunter gibt es zahlreiche Orte, an denen in frühen Zeiten auch regelmäßig Blut gespendet wurde wie eben im Hyzet Kultur- und Kongresszentrum in Alttröglitz. Werden diese komplett dicht gemacht, fehlt es an räumlichen Möglichkeiten für die Blutspende.