1,2 Millionen Euro für 23 Eigenheime

Was das neue Wohngebiet in Lützen zukünftigen Haus-Besitzern bietet

In Starsiedel werden nach sehr langer Zeit erneut Parzellen für Eigenheime erschlossen. Was Zugezogene an der Wohnlage besonders schätzen.

Von Holger Zimmer
Ute und Gerd Schneider fühlen sich in der Siedlung wohl. Sie gehörten mit zu den ersten, die hierher gezogen sind. Foto: Peter Lisker

Starsiedel - Die Stadt hat tief in die Tasche gegriffen, um am Starsiedeler Erlenweg 23 Eigenheimstandorte zu erschließen. Fast 30 Jahre lag das Areal brach, weil der damalige Investor in Insolvenz gehen musste. Zwar gab es eine beschotterte Baustraße, mehr aber auch nicht. Bereits seit Anfang 2018 arbeitet die Stadtverwaltung an dem Projekt und noch im Frühjahr wurde des Grundstück erworben.

Lützen 1,2 Millionen Euro für neues Wohngebiet in Lützen

Vor drei Jahren erfolgte der sogenannte Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan und der ist seit Januar „Gesetz“. Insgesamt investiert Lützen 1,2 Millionen Euro, 860.000 Euro davon entfallen allein auf die Erschließungskosten für Zufahrt sowie für Anschlüsse von Gas, Wasser, Elektro und Telekommunikation. Wie Hauptamtsleiter Ronny Mank informierte, gibt es bereits 30 Antragsteller, mit denen demnächst Kontakt aufgenommen wird.

100 Häuser sind in der Nachbarschaft bereits gebaut worden. Ute und Gerd Schneider gehörten zu den ersten, die 1994 in der Kiefernallee eingezogen sind. Beide sind in Leipzig groß geworden. Dass sie nicht dort bei der Suche nach einem Baugrundstück erfolgreich waren, lag an den schon damals hohen Preisen. Einfach sei es nicht gewesen. Zudem waren dubiose Geschäftsleute unterwegs. Und fast hätte man in einem Fall einen Vorvertrag unterschrieben, doch als man erfahren hatte, dass der Gerichtsstand in Irland sein soll, hat das Ehepaar die Hände gehoben. „Dort ist auch nie etwas gebaut worden“, sagt Gerd Schneider.

Wohngebiet im Lützener Ortsteil hat hervorragende Lage

Aber eines Tages half der Zufall, als sie mit dem Auto in der Gegend unterwegs waren, an der Straße nach Großgörschen ein Bauschild sahen und sofort neugierig wurden. Er sagt: „Wir wussten sofort: Das ist es für uns.“ Noch heute schwärmt das Ehepaar von der Lage in der entstandenen Siedlung. Längst gibt es eine Runde, auf der man regelmäßig spazieren geht. Die alte Heimat Leipzig ist nicht weit weg. Dort lebt nun wieder eines ihrer Mädchen, das man besucht, aber man kann auch einkaufen, bummeln oder ins Restaurant gehen.

Schneiders schwärmen wie vor fast 30 Jahren. Noch immer gefällt ihnen die Siedlung, die mit ihren Klinkerfassaden norddeutsches Flair an der Grenze zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt atmet. Man hatte sich für eine Doppelhaushälfte entschieden und Gerd Schneider spricht daneben davon, dass er mit Freunden und Bekannten viele Eigenleistungen erbracht hat. Da wurden Fliesen auf dem Fußboden und an der Wand verlegt und es wurde gemalert.

Spatenstich mit Stadtrat Hans-Joachim Fuhrmann (von links), Firmenchef Harald Harbauer, Ortsbürgermeister Udo Scheunig, Lützens Hauptamtsleiter Ronny Mank und Stadtratsvorsitzender Nico Neuhaus.
Foto: Holge Zimmer

Haus mit 120 Quadratmetern und seinen vier Zimmern

Die Außenanlagen hat man dann im ersten Frühjahr gestaltet. Denn umgezogen ist die Familie ein paar Tage vor Weihnachten 1994. Da war man mit allen notwendigen Arbeiten durch und hat ein schönes Fest verbringen können. Silvester hätten sie alle Helfer eingeladen und eine Party gegeben. Damals waren die Töchter sieben und elf Jahre alt.

Nach Ausbildung und Berufswahl sind sie ausgezogen und die zweite Tochter lebt nun in Köln. Insofern sei das Haus mit seinen 120 Quadratmetern und seinen vier Zimmern etwas groß, „aber wegziehen wollen wir nicht mehr“, wie Schneiders sagen. Sie seien als siebte gekommen, doch inzwischen hätten vier andere Familien Starsiedel schon wieder verlassen. Die einen wollten sich räumlich verkleinern, andere Ehepaare haben sich getrennt.

Gute Anbindung und nähe zur Großstadt

Wenn nicht gerade Corona ist, fährt das Ehepaar zur Arbeit nach Bad Dürrenberg und Leipzig. Über den zwei Kilometer entfernten Anschluss der A38 sei man schnell in der Großstadt. Und Gerd Schneider schwärmt von „Leipzig als der schönsten Stadt Deutschlands“.

Gern sei man auch in Großgörschen. Denn das groß aufgezogene Scharnhorstfest zieht sie an, das jedoch in diesem Jahr zum zweiten Mal wegen der Pandemie nicht stattfindet. Doch der dortige Karneval begeistert sie ebenso. In Starsiedel selbst wird das Pfingstfest gefeiert, das in diesem Mai aber ebenfalls ausfällt. Und ob es im Advent wieder einen Märchenumzug gibt, hängt sicher von der weiteren Entwicklung in Sachen Corona ab. (mz)