Vollgelaufene Keller und überspülte Straßen

Überforderte Gullys bei Unwettern im Burgenlandkreis

Starke Regenfälle haben zwischen Weißenfels und Hohenmölsen für vollgelaufene Keller, umgefallene Bäume und überspülte Straßen gesorgt.

Von A. Kempf, T. Schlegel und M. Ruppe-Schmidt
Mitarbeiter der Stadt Weißenfels beräumen die Zufahrt zum Sportplatz in Langendorf von Schlammmassen.
Mitarbeiter der Stadt Weißenfels beräumen die Zufahrt zum Sportplatz in Langendorf von Schlammmassen. (Foto: Meike Ruppe-Schmidt)

Weissenfels/MZ - Die starken Regenfälle am Dienstagabend haben insbesondere im Weißenfelser Ortsteil Langendorf manchen Schaden angerichtet. Die Weißenfelser Feuerwehr war dort noch am Abend dreimal im Einsatz, um Wasser aus Kellern abzupumpen. Betroffen war demnach unter anderem ein Altersheim. Aber auch in Weißenfels selbst wurden die Kameraden dreimal zu Hilfe gerufen, um in Keller gelaufenes Wasser abzupumpen.

Die letzten Kameraden waren erst zwei Uhr nachts von den Einsätzen zurück, berichtet Stadtwehrleiter Frank Berszuck. Inwieweit die Einsätze nun in Rechnung gestellt werden, das müsse in den nächsten Tagen für jeden Fall individuell geprüft werden. „Wir kommen immer erst einmal im Zuge der Gefahrenabwehr zum Einsatz“, erklärt der Stadtwehrleiter. Häufig übernehmen Versicherungen den Schaden.

Nicht nur den Feuerwehrleuten haben die starken Regenfälle reichlich Arbeit beschert

Doch nicht nur den Feuerwehrleuten haben die starken Regenfälle reichlich Arbeit beschert. Die Mitarbeiter der Stadt mussten beispielsweise am Saaleradweg zwei umgestürzte Bäume zerlegen. Im gesamten Stadtgebiet habe es verstopfte Straßenabläufe und auf unbefestigten Wegen auch Ausspülungen gegeben, berichtet Stadtsprecherin Katharina Vokoun. Betroffen waren beispielsweise die Käthe-Kollwitz-Straße oder das Birkenwäldchen. Größerer Schaden entstand zudem in der Zeitzer Straße, wo das Pflaster eingebrochen ist. Da der Bauhof personell ausgelastet sei, soll hier schnellstmöglich eine Hausmeisterfirma beauftragt werden, um den Schaden zu beheben, kündigte die Stadtsprecherin am Mittwochnachmittag an.

Auf dem Saale-Radweg zwischen Weißenfels und Leißling hat ein wegen des Unwetters umgestürzter Baum eine kleine Brücke beschädigt.
Auf dem Saale-Radweg zwischen Weißenfels und Leißling hat ein wegen des Unwetters umgestürzter Baum eine kleine Brücke beschädigt.
(Foto: T. Schlegel)

Auch in Teuchern hatten die Wassermassen Schäden angerichtet. Bis halb drei Uhr nachts waren 30 Feuerwehrleute im Einsatz, um zu helfen, berichtet der stellvertretende Stadtwehrleiter Marco Föhlisch. So war etwa im Grünen Weg die Straße überflutet, weil Gullys dort die Wassermengen nicht mehr fassen konnten. Auch der überfluteter Keller eines Wohnhauses musste dort leergepumpt werden. Am Bahnhof Teuchern wurde außerdem das Stellwerk überflutet - auch dort mussten die Kameraden Wasser abpumpen. In der Stößener Straße strömte Wasser von einem Feld und setzte ein Haus unter Wasser. Außerdem musste die Kreisstraße K2203 zwischen Teuchern und Krössuln von der Straßenmeisterei von Schlamm befreit werden.

„Mit einem blauen Auge davon gekommen“

Teucherns stellvertretender Ortswehrleiter hofft nun, dass die kommenden Tage keine weiteren Schäden mit sich bringen. Tun könne man gegen starke Regenfälle ohnehin nichts. „Bisher sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen im Vergleich zu anderen Regionen“, so Marco Föhlisch.

In Hohenmölsen kollidierte in der Nacht zu Mittwoch in der Salzstraße ein Autofahrer mit einem Gullydeckel, welcher durch die heftigen Regenfälle herausgedrückt worden war. Wie die Polizei berichtet, entstand dabei am Auto Sachschaden. Insgesamt ist Hohenmölsen aber offenbar glimpflich davongekommen. Laut Stadtwehrleiter Lars Schmoranzer gab es nur einen Einsatz. Gegen 20.45 Uhr musste die Ortsfeuerwehr Hohenmölsen zu einem Privathaus ausrücken, das überflutet worden war. „Die Anwohner hatten bereits selbst das Wasser abgepumpt, so dass für die Kameraden kein Handlungsbedarf bestand“, so Schmoranzer.