Sportlerwahl

Sportlerwahl : Spätzünder startet im Marathon durch

Billroda - „Irgendwann wollte ich schon mal bei einer Deutschen Meisterschaft auf dem Treppchen stehen“, sagt Langstreckenläufer Felix Dreisow. „Dass es noch in der Altersklasse M35 geklappt hat, wo ich als jemand, der im nächsten Jahr seinen 40. begeht, bereits zu den älteren Semestern zähle, hatte ich selbst nicht unbedingt erwartet.“ Der für die SG Finne Billroda startende Athlet gewann Anfang April vorigen Jahres bei den Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon in Freiburg Bronze. Nur drei Wochen später kam Dreisow bei den nationalen Titelkämpfen über die volle Marathon-Distanz in Düsseldorf gar auf dem Silberrang ...

Von Andreas Löffler

„Irgendwann wollte ich schon mal bei einer Deutschen Meisterschaft auf dem Treppchen stehen“, sagt Langstreckenläufer Felix Dreisow. „Dass es noch in der Altersklasse M35 geklappt hat, wo ich als jemand, der im nächsten Jahr seinen 40. begeht, bereits zu den älteren Semestern zähle, hatte ich selbst nicht unbedingt erwartet.“ Der für die SG Finne Billroda startende Athlet gewann Anfang April vorigen Jahres bei den Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon in Freiburg Bronze. Nur drei Wochen später kam Dreisow bei den nationalen Titelkämpfen über die volle Marathon-Distanz in Düsseldorf gar auf dem Silberrang ein.

„Rein leistungstechnisch war Freiburg tatsächlich der noch einen Ticken bessere Wettkampf“, ordnet der Läufer ein. „Beim Marathon in Düsseldorf hatte ich eine Zeit von 2:28 Stunden im Visier, bin nach Huddeleien an den Verpflegungsständen letztlich bei 2:30:11 Stunden im Ziel gelandet.“ Silber sei aber ohnedies das Maximum gewesen: „Sieger Enrico Dietrich, der auch schon die Halbmarathon-Meisterschaft gewonnen hatte, war zehn Minuten weg.“

Als Leistungssportler ist Felix Dreisow ein „Spätentwickler“: „Ich war in der 4. Klasse mal Kreismeister Nebra über 1.000 Meter, hab das Laufen aber nicht weiter verfolgt.“, erinnert er sich. Erst während des Studiums - Kommilitonen hatten ihn auf seine Läuferstatur angesprochen und zum Training, später auch zu Volksläufen „mitgeschleppt“ - entdeckte er den Sport als Passion. „So richtig auf den Geschmack gebracht hat mich eine Teilnahme beim Jenaer Kernberglauf. Als ich bemerkte, dass ich mich mit einer drei Minuten schnelleren Zeit gleich um 50 Plätze verbessern würde, war mein Ehrgeiz geweckt.“ Der promovierte Physiker, der in Jena arbeitet, beschäftigte sich immer intensiver mit Trainingsmethodik und schloss sich 2016 der Top-Trainingsgruppe von Coach Ronny Martick in Leipzig an.

Ob er angesichts seiner Zugehörigkeit zur absoluten deutschen Spitze bei den 35- bis 40-Jährigen mal darüber nachgedacht habe, was er womöglich bei kontinuierlichem Training von der Kindheit an hätte erreichen können? „So denke ich nicht. Ich bin froh, wie es gelaufen ist, denn ich hätte bei Konzentration auf den Leistungssport zum Beispiel meine wissenschaftliche Ausbildung ziemlich sicher nicht so durchziehen können. Und ich wäre auf der Sportschule gewesen und nicht am Lauchaer Gymnasium, wo ich meine Frau Antje kennengelernt habe - mein großes Glück und mein großer Rückhalt.“ Mit der und Tochter Amalia Felix Dreisow zuletzt ungewöhnlich viel Zeit verbringen konnte. „Ich bin seit vorigen Juli wegen eines Ermüdungsbruchs und nachfolgender Infektion außer Gefecht gesetzt und hoffe nun, im April wieder einsteigen zu können.“ Seine erstmalige Nominierung für die Sportlerwahl im Burgenlandkreis betrachte er umso mehr als „eine schöne Wertschätzung“.

››Der offiziellen Sportlerwahl-Stimmzettel wurde regelmäßig im Naumburger Tageblatt/MZ veröffentlicht. Zum Online-Voting gelangt man über: www.ksbburgenland.de