Wettlauf mit der Zeit

Probleme bei der Renovierung der Turnhalle in Nessa

Die Renovierung der Turnhalle in Nessa steht kurz vor dem Abschluss. Doch jetzt stellt ein Schaden am Dach das Projekt vor Herausforderungen.

Von Meike Ruppe-Schmidt 24.09.2021, 17:03
Veit Hahnemann schleift derzeit das Parkett in der Turnhalle Nessa ab. Ende Oktober soll die Halle wieder für den Sport nutzbar sein.
Veit Hahnemann schleift derzeit das Parkett in der Turnhalle Nessa ab. Ende Oktober soll die Halle wieder für den Sport nutzbar sein. (Foto: Meike Ruppe-Schmidt)

Nessa/MZ - Sorgfältig zieht Veit Hahnemann seine Bahnen in der Turnhalle Nessa. Mit einem Schleifgerät schleift er das Parkett der Halle, die aus den 70er Jahren stammt, derzeit in mehreren Durchgängen ab. „Danach soll der Boden eine neue Grundierung und Versiegelung erhalten“, erzählt er. Nachdem bereits die Deckenlampen erneuert und die Wände gestrichen wurden, sind die Renovierungsmaßnahmen in der Nessaer Turnhalle damit in den letzten Zügen. Trotzdem macht sich Ortsbürgermeisterin Adelheid Lukas Sorgen um das Bauwerk. Grund ist ein Dachschaden in einer der beiden Umkleidekabinen.

„Er wurde zu spät entdeckt, weil die Halle in der Coronapandemie lange nicht genutzt wurde“, sagt sie. Zu diesem Zeitpunkt seien die Fördermittel von rund 50.000 Euro für die Renovierungsarbeiten in der Halle bereits bewilligt gewesen. „Da diese zweckgebunden waren, konnten wir sie nicht für das Hallendach verwenden.“ Dieses muss nun von der Stadt Teuchern in Eigenleistung repariert werden. Denn bei feuchter Witterung läuft das Wasser vom Dach an einem Rohr entlang in die Umkleidekabine. Als provisorische Lösung dient momentan ein Plastikeimer, der das Wasser auffängt. Dieser werde von der Stadtverwaltung zwar in regelmäßigen Abständen geleert. „Aber als es neulich stark geregnet hat, haben sich auf dem Fußboden der Umkleidekabine Pfützen gebildet, weil der Eimer das Wasser nicht mehr aufgefangen hat“, so Veit Hahnemann.

„Darauf haben wir in Nessa seit Jahrzehntelang gewartet.“

Darum, so Ortsbürgermeisterin Lukas müsste das Dach jetzt dringend und noch vor dem Winter repariert werden. „Sonst besteht die Gefahr, dass zumindest ein Teil des Gebäudes Schaden nimmt - und das, nachdem hier alles so schön erneuert worden ist.“ Das Problem: Anfang Oktober beginnen die Arbeiten des Abwasserzweckverbandes ZWA Bad Dürrenberg in der Georg-Albinostraße. „Der Kindergarten, die Turnhalle und alle Anwohner sollen endlich ans Abwassernetz angeschlossen werden“, erklärt Lukas. „Darauf haben wir in Nessa seit Jahrzehntelang gewartet.“

In einer Umkleidekabine ist das Dach undicht.
In einer Umkleidekabine ist das Dach undicht.
(Foto: M. Ruppe-Schmidt)

Doch genau das, so die Sorge, könnte der geplanten Sanierung des Turnhallendaches nun einen Strich durch die Rechnung machen. Denn während der Maßnahme, die voraussichtlich über den Winter andauert, wird die Georg-Albino-Straße voll gesperrt sein. „Dann würden eventuelle Baufahrzeuge gar keinen Zugang mehr zur Turnhalle haben“, fürchtet Lukas. Die Folge: Das Dach der Turnhalle würde über den Winter undicht bleiben. In der Stadtverwaltung Teuchern ist diese Problematik bekannt. Hier hatte man sich Seitens des Bauamtes in den vergangenen Wochen intensiv um eine Lösung des Problems bemüht.

„Der ZWA Bad Dürrenberg kann seinen Baubeginn Anfang Oktober nicht verschieben“

„Der ZWA Bad Dürrenberg kann seinen Baubeginn Anfang Oktober nicht verschieben“, so Sandra Kittler, Mitarbeiterin des Bauamts. „Die Dachdeckerfirma, die wir beauftragt hatten, hatte wiederum Probleme mit der Materiallieferung. Inzwischen ist das Material aber da und der Dachdecker hat seine Zusage gemacht.“ Man gehe davon aus, dass die Reparatur des Daches in den kommenden Tagen beginnt. „Wenn das Gerüst steht und das Material vor Ort angeliefert worden ist, können die Dacharbeiten parallel zu den dann beginnenden Arbeiten am Straßenabwassernetz erfolgen.“

Dabei soll die undichte Stelle repariert und das gesamte Betondach des Sanitärtraktes mit einer neuen Kunststoffabdichtung versehen werden. Kosten: 48.000 Euro. Kittler: „Der Dachschaden betrifft nur einen Teil in einer Umkleidekabine. Die bereits erfolgten Sanierungsarbeiten in der Halle sind davon nicht betroffen. Wir sind zuversichtlich, dass die Reparaturen nun zügig durchgeführt werden können.“ Worte, die auch Ortsbürgermeisterin Adelheid Lukas beruhigen. „Ich hatte schon Sorgen, dass die Sportler in der Umkleidekabine in nasse Sachen schlüpfen müssen. Nun bin ich erfreut, dass wir trocken über den Winter kommen.“