Pandemie

Pandemie: Burgenlandkreis: Gesundheitsamt erneut stark gefordert

Naumburg - Halbwegs normaler Unterricht, Kita-Betreuung für alle, größere Familienfeiern und Profi-Sport mit langsam zurückkehrenden Zuschauern. Der Sommer brachte aufgrund niedriger Infektionszahlen eine erfreuliche Entspannung in Sachen Corona. Doch während die befürchtete nächste Welle in Frankreich und Spanien schon rollt, blieb Deutschland weitgehend verschont. Denn vieles deutet darauf hin, dass die nun auch hier erhöhten Infektionszahlen vor allem mit verstärktem Testaufkommen zu erklären ...

Von Harald Boltze

Halbwegs normaler Unterricht, Kita-Betreuung für alle, größere Familienfeiern und Profi-Sport mit langsam zurückkehrenden Zuschauern. Der Sommer brachte aufgrund niedriger Infektionszahlen eine erfreuliche Entspannung in Sachen Corona. Doch während die befürchtete nächste Welle in Frankreich und Spanien schon rollt, blieb Deutschland weitgehend verschont. Denn vieles deutet darauf hin, dass die nun auch hier erhöhten Infektionszahlen vor allem mit verstärktem Testaufkommen zu erklären sind.

Wie dem auch sei: Das Thema tritt auch in der Saale-Unstrut-Region wieder mit mehr Wucht auf die Tagesordnung. Jedenfalls für das Gesundheitsamt des Burgenlandkreises, das von Freitag auf Montag immerhin 14 Neu-Infektionen meldetet. Von Montag zum gestrigen Dienstag waren es noch zwei weitere. „Es müssen nun wieder sehr viele Kontaktpersonen ermittelt und nachverfolgt werden“, heißt es aus dem Landratsamt. Personal, das das Gesundheitsamt zu Corona-Hochzeiten im April verstärkt hatte, zuletzt aber wieder abgezogen worden war, wird nun zurückbeordert.

Nur dringendste Aufgaben werden wahrgenommen

Auch wenn unter Hochdruck gearbeitet werde und das auch am Wochenende, wie es heißt, konnten durch den jetzigen Anstieg nur „die dringendsten infektiologischen Aufgaben“ wahrgenommen werden. „Darunter fallen nicht Negativbescheinigungen für Reiserückkehrer oder andere Mitteilungen von negativen Testergebnissen“, so das Amt. Dies habe „zum Teil zu Unmut geführt“, wird zugegeben, etwa bei erwähnten Reiserückkehrern (siehe auch „Wien-Urlaub ...“). Derweil wird weiter untersucht, wer womöglich durch den mit Corona infizierten Landrat Götz Ulrich angesteckt wurde. „Zwei der neu gemeldeten Infektionen betreffen weitere Mitarbeiter des Landratsamtes. Nur eine davon betrifft eine Kontaktperson des Landrates. Aufgrund dieser Fälle sind derzeit 17 Personen in Quarantäne. Bei 50 weiteren Kontaktpersonen wurden Rachenabstriche durchgeführt. Die Ergebnisse erwarten wir bis spätestens Mittwoch“, heißt es.

Mit den Fachbereichsleitern Ute Freund und Armin Müller waren auch zwei führende Angestellte der Naumburger Stadtverwaltung wegen vorheriger Kontakte zu Landrat Ulrich am Montag in „Hab-Acht-Stellung“. Gestern hieß es jedoch aus dem Rathaus, dass es in der Verwaltung keinen bestätigten Corona-Fall und nur eine Person in Quarantäne gebe, wobei dies weder Müller noch Freund betreffe.

Verdachtsfälle am Naumburger Domgymnasium

Derweil sorgen die gestiegenen Infektionszahlen auch außerhalb von Politik und Verwaltung zwangsläufig zu mehr Verdachtsfällen. So wurden Eltern des Naumburger Domgymnasiums am Montag informiert, dass Verdachtsfälle in fünf Klassen vorliegen. Daraufhin verpflichtet Leiter Dirk Heinecke alle Schüler wieder zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf dem Schulgelände, außer im Klassenraum.