Orkan Friederike

Orkan Friederike: "Circus Alexander“ hart geprüft

Naumburg - Der Campingwagen erweckt den Anschein, als ob eine riesige Faust auf ihn niedergegangen wäre. Auf dem Gelände liegen dicke Äste einer Pappel, dazwischen Reste von grünen Mistelzweigen. „Wir hatten Glück im Unglück, dass sich während des Orkans keiner im Wagen aufgehalten hat“, sagt Juliane Sperlich vom „Circus Alexander“, der nach seinem Weihnachtsgastspiel in Naumburg noch immer auf dem Gelände in der Weißenfelser Straße ausharrt.

Von Constanze Matthes

Der Campingwagen erweckt den Anschein, als ob eine riesige Faust auf ihn niedergegangen wäre. Auf dem Gelände liegen dicke Äste einer Pappel, dazwischen Reste von grünen Mistelzweigen. „Wir hatten Glück im Unglück, dass sich während des Orkans keiner im Wagen aufgehalten hat“, sagt Juliane Sperlich vom „Circus Alexander“, der nach seinem Weihnachtsgastspiel in Naumburg noch immer auf dem Gelände in der Weißenfelser Straße ausharrt. Hier, wo am vergangenen Donnerstag ein großer Baum umgestürzt war.

Doch nicht nur der Campingwagen, das Zuhause einer dreiköpfigen Familie mit kleinem Kind ist komplett verwüstet. Auch das Tierzelt, wo derzeit unter anderem Pferde, Ponys und ein Esel untergebracht sind, ist in Mitleidenschaft gezogen. Die Nähte seien überdehnt, rundum die Schäden irreparabel, erzählt Artistin Vivian Freiwald. Man bangt vor einem nächsten Sturm oder auch Schnee. Eine Halle, um im Notfall die Tiere in Boxen unterzubringen, wurde für den Notfall angemietet. Die Familie schläft auf Luftmatratzen im Bad-Wagen auf engstem Raum. Die Frage, wie es nun weitergeht, brachte den Zirkus dazu, sich mit einem Hilferuf an die Mitteldeutsche Zeitung zu wenden.

Der Jahresbeginn scheint alles andere als eine gute Zeit für das Familienunternehmen zu sein, liege auf ihm womöglich gar „ein Fluch“, fragt sich allmählich Juliane Sperlich. Denn während eines Gastspiels in Potsdam im Januar vergangenen Jahres wurde der Zirkus überfallen. Der gesamte Geldbestand ging dabei verloren. Damals halfen dem Zirkus unter anderem zwei Firmen, die gemeinsam Diesel für die Weiterfahrt spendiert hatten.

„Uns trifft das Unglück besonders hart. Wir wollen als jüngste der sieben Zirkus-Generation den Zirkus aufbauen. Aber von dem Überfall vor einem Jahr haben wir uns bis heute nicht erholen können“, so Vivian Freiwald, die wie alle in der Berliner Artistenschule ausgebildet wurde. Hinzu komme, dass es die Branche allgemein schwerer hat - durch sinkende Besucherzahlen sowie durch Kritik an den Tiershows und die Haltung der Vierbeiner. Inwieweit die Versicherung für die Schäden aufkommt, ist noch unklar. Anfang Februar soll Gera die nächste Station sein.

Wer dem Zirkus helfen möchte, kann sich telefonisch unter der Rufnummer 0163/3 00 08 48 über die Möglichkeiten der Unterstützung informieren.