Mutter ersticht 14 Monate alten Sohn

Naumburg: Mutter ersticht 14 Monate alten Sohn: 26-Jährige aus Eritrea sitzt in U-Haft

Naumburg - In einer Wohnung in Naumburg ist ein 14 Monate alter Junge an Stich- oder Schnittverletzungen gestorben. Zugefügt haben soll ihm die tödlichen Wunden seine Mutter.

Von Jana Kainz 25.04.2017, 06:00

Während die Naumburger Sporttage auf den Straßen für Trubel sorgten, passierte im Verborgenen das Unfassbare: In einer Wohnung ist ein 14 Monate alter Junge an Stich- oder Schnittverletzungen gestorben. Zugefügt haben soll ihm die tödlichen Wunden seine Mutter. Die 26-jährige Asylbewerberin habe die Tat gestanden und sitzt seit Sonntag wegen des Verdachts des Totschlags in Halle in Untersuchungshaft, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Neufang am Montag.

Reisendem war am Naumburger Bahnhof die Frau aufgefallen

Ein Reisender, dem Sonnabendmorgen am Naumburger Bahnhof die Frau wegen ihrer psychischen Verfassung aufgefallen war, hatte die Polizei informiert. Als die Beamten eintrafen, war die vermutlich aus Eritrea stammende Frau auf dem Weg in die Innenstadt. Unterwegs griffen die Polizisten die Frau auf. Sie wollten sie ins Krankenhaus bringen, weil sie aber immer wieder von ihrem Sohn sprach, der in der Wohnung liege, suchten die Beamten mit der Frau die Wohnung auf, in der sie das tödlich verletzte Kleinkind fanden. Weil alles darauf hingedeutet habe, dass die Frau mit dem Kind allein in der Wohnung gelebt hat und diese auch nicht aufgebrochen worden war, vernahmen die Beamten die Frau. Sie gestand die Tat kurz darauf. „Sie konnte sich genau an die Tat erinnern und wie sie es getan hat“, so Neufang. Dennoch müsse das Obduktionsergebnis abgewartet werden.

Weil die Frau während der Vernehmungen und der Vorführung vor dem Haftrichter keine psychischen Auffälligkeiten zeigte und sich auch nicht zu einer psychischen Erkrankung äußerte, wurde sie nicht mit einem Unterbringungsbefehl in einer Klinik eingewiesen, sondern in Untersuchungshaft genommen.

Toter Junge kam vor 14 Monaten in Naumburg zur Welt

Hinweise zu dem Kindsvater lagen der Staatsanwaltschaft nicht vor. Bekannt sei, dass der Junge vor 14 Monaten in Naumburg zur Welt gekommen ist. Nicht bekannt sei jedoch, in welchem ausländerrechtlichen Status sich die Frau befindet. Der ist laut Neufang für die Juristen indes von geringer Bedeutung - unabhängig davon werde nun wie üblich ermittelt. (mz)