Landesweingut

Landesweingut : Wird’s nun der Köppelberg?

Bad Kösen - Es soll zügig gehen, aber möglichst ohne Panne. Die Absage im Dezember an einen neuen Unternehmensstandort auf dem Klostergelände in Schulpforte hat dem Landesweingut vor allem eines eingebracht: viel Kopfschütteln und Unverständnis darüber, dass ein weit vorangekommenes und vor allem öffentlichkeitswirksam beworbenes Projekt wie aus dem Himmel scheiterte, bloß, weil Untergrunduntersuchungen im wahrsten Sinne des Wortes nicht tief genug betrieben worden waren. Da fruchtete auch die Begründung von Unternehmensseite wenig, dass die bittere Erkenntnis erst reifen konnte, als die Ergebnisse der Architekten vorlagen - nach einem immerhin europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb mit 24 ...

Von Michael Heise 19.02.2019, 08:44

Es soll zügig gehen, aber möglichst ohne Panne. Die Absage im Dezember an einen neuen Unternehmensstandort auf dem Klostergelände in Schulpforte hat dem Landesweingut vor allem eines eingebracht: viel Kopfschütteln und Unverständnis darüber, dass ein weit vorangekommenes und vor allem öffentlichkeitswirksam beworbenes Projekt wie aus dem Himmel scheiterte, bloß, weil Untergrunduntersuchungen im wahrsten Sinne des Wortes nicht tief genug betrieben worden waren. Da fruchtete auch die Begründung von Unternehmensseite wenig, dass die bittere Erkenntnis erst reifen konnte, als die Ergebnisse der Architekten vorlagen - nach einem immerhin europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb mit 24 Teilnehmern.

Gebohrt wird tiefer

Projektkoordinator Fritz Schumann weiß darum - und möchte deswegen keine Zweifel aufkommen lassen, dass es solch einen Tiefschlag nicht wieder geben wird. Will heißen: Ein neuer Standort für das Landesweingut Kloster Pforta soll aufwendiger untersucht werden als in Schulpforte passiert. „Wir bohren von vornherein tiefer“, versichert der einstige Landesweingutschef gegenüber Tageblatt/MZ.

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Am Dienstag, 19. Februar,  kommt die neuerliche Findungsphase für einen Unternehmensstandort an einen wichtigen Punkt. Das Berliner Büro, welches den Architektenwettbewerb gewonnen hatte, wird einer Runde aus Landesweingut, dessen Mutterbetrieb Landgesellschaft, städtischen und Kreisbehörden sowie Stiftung Schulpforta visualisierte Darstellungen für insgesamt vier neue mögliche Standorte vorlegen: Göttersitz, Köppelberg, eine Fläche am Ortseingang Bad Kösen Richtung Klärwerk sowie eine weitere zwischen Tankstelle und Lielje-Ring. Bis auf den Göttersitz oberhalb der Saalhäuser, der erst seit einiger Zeit zum Verkauf steht, sind alle anderen Varianten in der Vergangenheit bis zur Entscheidung pro Klosterareal mehr oder weniger intensiv im Gespräch gewesen, jetzt sollen sie neu bewertet werden.

Heiß gehandelt wird vor allem - wieder einmal - der dem Landesweingut gehörende Köppelberg, wobei der Fokus, anders als früher, jetzt auf der Fläche zwischen Bundesstraße und Bergunterkante liegt. „Definitiv nicht hinterm Berg und auch nicht darauf. Wir wollen gesehen werden, aber nicht dominieren“, verdeutlicht Schumann die Prämissen. Wie auch beim Klostergelände müssen dabei vor allem die Denkmalschutzbehörden besonders zufriedengestellt werden, denn der Köppelberg ist der älteste Weinberg der Region und steht unter Denkmalschutz. Fritz Schumann: „Darüber sind wir uns im Klaren, deshalb wird sich das Projekt, sollte es dort umgesetzt werden, harmonisch in die Landschaft einfügen müssen und den Berg nicht verschandeln.“ Der Koordinator setzt dabei vor allem auf die Ideen der Architekten, die sich tief in das Projekt Landesweingut eingearbeitet hätten und längst mit Weintechnologie vertraut seien.

Unbeliebter Lielje-Ring

Wie sehr die anderen möglichen Varianten unter den Beteiligten Begeisterung auslösen können, wird sich zeigen müssen. Eine hatte immer wieder breite Ablehnung erfahren, zumindest in Bad Kösen: ein Neubau auf der der Stiftung Schulpforta gehörenden Fläche am Lielje-Ring. „An dieser Stelle wollen wir keine Bebauung. Da ist unsere Haltung eindeutig“, betont Ortsbürgermeister Holger Fritzsche, der hofft, dass das berücksichtigt wird.

Positiv aus seiner Sicht: die Einbindung des Ortschaftsrates in die Vorbereitungen. „Es hat Vor-Ort-Termine gegeben, und man hört sich unsere Vorschläge und Befindlichkeiten an. Das ist ein guter Weg“, meint der Ortsbürgermeister.

Bis spätestens Ostern soll die Marschrichtung klar, der neue Standort gefunden sein. Das Ergebnis wird bereits jetzt mit Spannung erwartet.