Kindertagesstätte in Großkorbetha

Kita Sonnenschein in Großkorbetha soll einen Neubau bekommen

Grosskorbetha - Die Zeit, in der die Kinder in der Großkorbethaer Tagesstätte „Sonnenschein“ lange Wege zu den Sanitärräumen zurücklegen müssen, scheinen bald der Vergangenheit anzugehören. Das Haus soll in naher Zukunft durch einen Neubau ersetzt werden. Bei einer Besichtigung am Dienstagabend durch den Ausschuss für Schule, Soziales, Jugend und Sport des Stadtrates informierte Fachbereichsleiter Maik Trauer über das Vorhaben. Die Mitglieder und sachkundigen Bürger konnten sich dabei jedenfalls davon überzeugen, dass der Flur des Gebäudes in T-Form als Kegelbahn geeignet wäre. Ein Makel, den die liebevoll eingerichteten Gruppenräume nicht wettmachen ...

Von Holger Zimmer 04.03.2016, 07:58

Die Zeit, in der die Kinder in der Großkorbethaer Tagesstätte „Sonnenschein“ lange Wege zu den Sanitärräumen zurücklegen müssen, scheinen bald der Vergangenheit anzugehören. Das Haus soll in naher Zukunft durch einen Neubau ersetzt werden. Bei einer Besichtigung am Dienstagabend durch den Ausschuss für Schule, Soziales, Jugend und Sport des Stadtrates informierte Fachbereichsleiter Maik Trauer über das Vorhaben. Die Mitglieder und sachkundigen Bürger konnten sich dabei jedenfalls davon überzeugen, dass der Flur des Gebäudes in T-Form als Kegelbahn geeignet wäre. Ein Makel, den die liebevoll eingerichteten Gruppenräume nicht wettmachen können.

Im Rahmen des Stark-III-Programms hatte die Stadtverwaltung im November einen entsprechenden Antrag gestellt. Inzwischen gebe es erste positive Signale. Man sei als förderungswürdig eingestuft worden. Nun werde vom Land alles auf Herz und Nieren geprüft, danach gebe es einen Fördermittelbescheid und dann stehe fest, wann es losgehen kann. Nun heißt es: Träumen erlaubt.

Energiesparverordnung

Ursprünglich sollte alles auf eine Sanierung nach der derzeit gültigen Energiesparverordnung hinauslaufen. Doch laut Carmen Rex, Abteilungsleiterin für Hochbau, sei man bei entsprechenden Untersuchungen schnell an Grenzen gestoßen. Es sei kein Zweckbau gewesen, der da 1981 errichtet worden war. Teile davon gehörten zu einer Baustelleneinrichtung und die diente möglicherweise der Arbeiterversorgung. Dazu gehörten ein Fledermausdach mit einer sogenannten Innenentwässerung.

Und auch die Verwendung eines Gipsbaustoffs sogar für tragende Elemente mache eine zukunftsträchtige Sanierung schwer, wenn nicht unmöglich. Daneben habe eine Feuerwehrübung etliche Schwachpunkte für den Katastrophenfall offenbart. Laut Frau Rex ist es so, dass vom alten Gebäude kaum etwas übrig bleiben würde, wenn man Wände und Fußboden entfernen müsse. Es sei letztlich faktisch unmöglich, den Anforderungen Genüge zu tun. Was bliebe, seien punktuelle Lösungen. Diese würden allerdings 2,2 Millionen Euro kosten, 400.000 Euro mehr als ein Neubau.

Der hingegen bietet alle Möglichkeiten. Das Gelände sei groß genug. Während dann im hinteren Bereich des Grundstücks gebaut werden soll, könnte vorn die Kinderbetreuung weitergehen. Nach dem Umzug würde der Abriss des alten Gebäudes erfolgen und an dieser Stelle der Spielplatz neu entstehen. Insgesamt würden einige Quadratmeter weniger gebraucht, weil die langen Flure wegfallen, dennoch würden Gruppen- und Sanitärräume viel Platz bieten. In der Mitte gebe es zudem einen Mehrzweckraum, der für Veranstaltungen ebenso genutzt werden könnte wie zum Sporttreiben bei schlechtem Wetter.

Barrierefrei

Alles soll barrierefrei und mit entsprechenden Fluchtmöglichkeiten gebaut werden. Maik Trauer betonte, dass der Neubau nicht entstehe, um die Kindereinrichtungen in Wengelsdorf und Schkortleben schließen zu können. In Großkorbetha sollen - wie jetzt bereits - rund 70 Kinder untergebracht werden und das perspektivisch für die nächsten 15 Jahre. Schon Ende 2015 sei der Bedarf aber so groß gewesen, dass man ihn nicht habe befriedigen können. Trauer stellte aber auch klar: „Großkorbetha ist laut Konzept der Stadt Schwerpunkteinrichtung.“ Sollte die Bevölkerungsentwicklung doch so negativ verlaufen, wie prognostiziert, würden die Kinder dorthin gebracht.

Auf dem Dach würde eine Photovoltaikanlage montiert, mit der eigene Energiebedarf gedeckt werden soll und Solarthermie soll für die Warmwasserbereitung sorgen. Wegen der Forderung nach einer Baugrunduntersuchung auch wegen des Grundwassers verwies Frau Rex darauf, dass es erst mit dem Bewilligungsbescheid Ausführungsplanungen geben werde. (mz)