Kinder- und Jugendtriennale

Kinder- und Jugendtriennale: Kinder zeichnen mit Geduld und Liebe

Weißenfels - Die besten Einsendungen zur Ersten Kinder- und Jugendtriennale des Burgenlandkreises sind im Kunstverein Brand-Sanierung in Weißenfels zu sehen.

Von Kai Agthe 07.12.2018, 17:02

Alle drei Jahre findet für die Künstler im südlichen Sachsen-Anhalt eine große Kollektivausstellung statt. Erst im vergangenen Jahr war die Kunsttriennale in Zeitz zu Gast. „Warum aber sollten nicht auch die Kleinen bekommen, was die Großen haben?“ Das dachte sich die Künstlerin und Lehrerin Christina Simon aus Weißenfels, die in der Stadt auch den Kunstverein Brand-Sanierung leitet. Und so initiierte sie gemeinsam mit dem Landratsamt die Erste Kinder- und Jugendtriennale des Burgenlandkreises.

„34 Schulen des Landkreises wurden von uns im Mai angeschrieben, und ich war sehr überrascht, dass 16 Realschulen und Gymnasien unsere Einladung angenommen und jeweils zwischen 20 und 30 Schülerarbeiten eingereicht haben“, sagt Simon.

Es war dann an einer fünfköpfigen, aus Lehrern, Künstlern sowie einem Vertreter des Landratsamtes gebildeten Jury, aus den rund 400 Einsendungen die besten Arbeiten auszuwählen. „Nicht die didaktische Übung und das Experimentieren, sondern das Bild in seiner Natürlichkeit und Ganzheit war für die Jury das entscheidende Kriterium“, so Simon. 160 Werke sind es am Ende geworden. Sie sind bis zum 28. Februar in den Räumen des Vereins Brand-Sanierung in Weißenfels zu sehen.

Auszeichnung im Januar

Die Vielfalt künstlerischer Techniken und Themen könnte größer kaum sein. Ebenso überraschend ist die Qualität vieler Werke. „Dass sehr viele Schüler sich auf ihre eigene Ausdruckskraft besinnen und ihnen hervorragende Arbeiten gelungen sind, zeigt die Ausstellung“, sagt Simon.

Mag die Schau bereits eine nicht geringe Ehrung darstellen, so werden im Januar noch 20 Preisträger benannt, die sich über einen Gutschein als Dankeschön freuen können. Alle Arbeiten zusammen werden in einer Broschüre enthalten sein, die ebenfalls Anfang kommenden Jahres erscheinen soll.

Nicht nur die fünf Juroren, auch der Betrachter kommt in Verlegenheit, wenn er unter all den guten Arbeiten die besonders gelungenen hervorheben soll, da im Grunde alle Beteiligten es verdient hätten, namentlich genannt zu werden. Aber alles abwägend, dürften jene als Farblinolschnitte gearbeiteten Selbstbildnisse herausragen, die die Schüler der Klasse 10a der Sekundarschule Bad Bibra anfertigten. In Farbe und Form sind diese Grafiken souverän umgesetzt.

Meisterin des Farblinolschnitts ist „schwer beeindruckt“

Auch Christina Simon, die eine Meisterin des Farblinolschnitts ist, zeigt sich von den Grafiken, wie sie etwa Richard Liersch und Lene Michel geschaffen haben, „schwer beeindruckt“. Dass sich die Bibraer Schüler schon seit der siebenten Klasse mit der Technik des Farblinolschnitts beschäftigen, erweist sich als Glücksfall.

Berührend sind die Kaltnadelradierungen, die Schüler der Pestalozzi-Schule Zeitz im kunst- und museumspädagogischen Zentrum „Johannes Lebek“ anfertigten, beachtlich die Stillleben mit Werkzeugen und Maschinenteilen, die Gymnasiasten des Agricola-Gymnasiums Hohenmölsen mit Wasserfarben malten, überaus poetisch die zarten Kratztechnik-Arbeiten von Schülern der Jan-Hus-Schule Naumburg.

Zwischen all den Arbeiten auf Papier und Leinwand hätte man sich freilich mehr Einsendungen von dreidimensionalen Werken gewünscht, so die einhellige Meinung der Jury. Immerhin stehen zwei Themenkoffer, die Schüler des Fachgymnasiums Weißenfels gestalteten, exemplarisch für Objektkunst und mehrere Keramiken, Köpfe und Leuchttürme von Schülern des Goethe-Gymnasiums Weißenfels für die Skulptur.

Hoffen auf eine Kunstschule

Schon in drei Jahren werden mehr Plastiken und Objekte zu sehen sein, ist sich Simon sicher, die die erste Triennale so zusammenfasst: „Junge Menschen schaffen Kunst: mit Konzentration und Geduld, mit Liebe zum Detail und zum Sujet. Das verdient Respekt.“ Die Eröffnung der Kunstausstellung nutzte Christina Simon auch dafür, an jene Idee zu erinnern, die den Kunstverein Brand-Sanierung bereits seit seiner Gründung umtreibt: die Einrichtung einer Jugendkunstschule für den Burgenlandkreis.

Dort sollen sich Kinder und Jugendliche, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, in den verschiedenen künstlerischen Techniken ausbilden lassen können, sagt Simon. Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ullrich (CDU), habe diesen Gedanken bereits aufgegriffen, heißt es. Es möge nützen.

››Erste Kinder- und Jugendtriennale des Burgenlandkreises, bis zum 28. Februar in der Brand-Sanierung Weißenfels, Novalisstraße 13, Mi 16-18 Uhr, Sa/So 15-18 Uhr oder nach Vereinbarung (03443) 20 70 53. Eine Begleitbroschüre erscheint im Januar.

(mz)