Irritierende Inzidenz-Werte

Irritierende Inzidenz-Werte: Wie der Landrat das Zahlen-Wirrwarr erklärt

Weißenfels/Zeitz - Der Landrat des Burgenlandkreises spricht selbst von einem „Mysterium“. Auch bei der Lagebesprechung im Landratsamt wird derzeit offenbar täglich gerätselt, wie die abweichenden Inzidenz-Zahlen für ein und denselben Landkreis zustande kommen ...

Der Landrat des Burgenlandkreises spricht selbst von einem „Mysterium“. Auch bei der Lagebesprechung im Landratsamt wird derzeit offenbar täglich gerätselt, wie die abweichenden Inzidenz-Zahlen für ein und denselben Landkreis zustande kommen können.

Gab Landrat Götz Ulrich (CDU) die im Vergleich zur Vorwoche erneut deutlich gesunkene Sieben-Tages-Inzidenz für den Burgenlandkreis am Mittwochnachmittag noch mit 238,19 an, veröffentlichte das Landesamt für Verbraucherschutz einige Stunden später einen Wert von 323,18. Das Robert-Koch-Institut (RKI) wiederum gab die Inzidenz für den Burgenlandkreis am Mittwochnachmittag mit 266,7 an.

Was läuft da schief?

Was läuft da schief? Götz Ulrich versucht sich das Zahlen-Wirrwarr damit zu erklären, dass das Landesamt die Infektionszahlen rückwirkend unterschiedlichen Tagen zuordnet. Das könnte zu Verschiebungen führen. Das Landesamt wiederum erklärt auf Nachfrage, dass seine Zahlen von denen des RKI aufgrund eines späteren Veröffentlichungszeitpunktes abweichen können. Außerdem würde das Robert-Koch-Institut die Fallzahlen anhand von Ausschlusskriterien eingrenzen.

Ratlos zurück bleibt der Bürger. Dabei sind an die Zahlen extrem einschneidende Konsequenzen geknüpft. Die derzeit eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Bewohner des Burgenlandkreises etwa endet erst, wenn die vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Inzidenz-Zahlen fünf Tage lang unter einem Wert von 200 liegen. Die zusätzlich bestehende nächtliche Ausgangssperre will der Landrat sofort aufheben, wenn das gelingt. Hier würden aber nicht die Zahlen des Robert-Koch-Instituts, sondern die vom Kreis festgestellten und veröffentlichten maßgeblich sein, unterstrich der Landrat in der Pressekonferenz am Mittwoch.

Eine Inzidenz gibt an, wie viele Menschen sich statistisch betrachtet pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen neu mit dem Corona-Virus angesteckt haben. Laut der Zahlen des Kreises steht hier derzeit Naumburg mit einem Wert von 363,86 an der Spitze. Vor Zeitz (333,32) und Hohenmölsen (270,52). Teuchern lag mit 234,97 im Mittelwert des Kreises. Lützen (199,46) und Weißenfels (184,12) sichtbar darunter. (mz/kem)