„Unser Dorf kann endlich wieder aufatmen“

Hund wird nach mehreren Bissattacken in Janisroda einkassiert

Von Harald Boltze
Ein Weimaraner auf einer Parkbank - Symbolbild
Ein Weimaraner auf einer Parkbank - Symbolbild (Foto: dpa)

Janisroda/MZ/NTB - „Unser Dorf kann endlich wieder aufatmen“, sagte Ortsbürgermeister Guido Kühnert nach dem morgendlichen Einsatz von Polizei und Naumburger Ordnungsamt in Janisroda. Die Ordnungshüter nahmen dabei einem Halter seinen Hund der Rasse „Weimaraner“ weg, nachdem dieser wiederholt das Grundstück verlassen und Dorfbewohner angesprungen und verletzt hatte.

Es ist der traurige Höhepunkt einer längeren Geschichte von Vorfällen. Bereits zu fünf Bissattacken sei es binnen zwei Jahren gekommen, war aus dem Dorf zu erfahren, unter anderem waren ein Kind und eine Seniorin betroffen, die daraufhin stationär im Krankenhaus behandelt werden musste. Dies führte im März dazu, dass die Stadt den Hund einzog und ins Tierheim nach Eulau brachte. Dagegen aber ging der Janisrodaer Tierhalter gerichtlich vor. Und er bekam recht - mit Auflagen. „Der Halter und der Hund mussten sich Prüfungen unterziehen und haben diese - wie auch immer das geschehen konnte - bestanden“, erzählt Guido Kühnert. Zudem ordnete das Gericht an, der Weimaraner dürfe nur angeleint und mit Maulkorb das Grundstück verlassen.

„Da gab es schon einige Polizeieinsätze hier wegen vieler Dinge.“

Vor zwei Wochen kam das Tier zurück zu seinem Herrchen in den Naumburger Ortsteil. Die Ruhe im Ort blieb aber nur bis zum Montag dieser Woche bestehen. Da fiel der Hund - nicht angeleint und ohne Maulkorb - auf der Straße einen 65-jährigen Dorfbewohner an, dem erst am Morgen die Fäden einer Meniskusoperation gezogen worden waren. Es kam zum Biss in den Oberschenkel. Und natürlich war die Aufregung groß. „Ich habe auf Arbeit davon erfahren und binnen zweieinhalb Stunden 17 Telefonate dazu geführt“, erinnert sich Guido Kühnert, der sich bei Oberbürgermeister Armin Müller (CDU) bedankt, der noch Montagabend seine Unterstützung zusagte. Und so kam es, dass nur 39 Stunden nach dem jüngsten Vorfall das Ordnungsamt mitsamt Polizei und gerichtlichem Beschluss wieder in Janisroda vorstellig wurde. „Da der Mann gegen alle Auflagen verstoßen hat, gehen wir davon aus, dass er das Tier nie wieder zurückbekommen wird“, sagt Kühnert.

Der frisch gewählte Ortsbürgermeister ist froh, dass der Einsatz ohne weitere Vorfälle abgelaufen ist. „Die Sache mit dem Hund ist ja nicht die einzige, die gerichtlich gegen den Mann, der ja zudem Jäger ist, läuft. Da gab es schon einige Polizeieinsätze hier wegen vieler Dinge.“ Bleibt zu hoffen, dass nun wieder Ruhe in das Dorf einkehrt und der Schritt vors eigene Grundstück nicht mit der Angst behaftet sein muss, gebissen zu werden.