Zu wenig Gymnasiasten

Hohenmölsen soll als Schulstandort gestärkt werden

Rückendeckung für Gymnasium.

Von Tobias Schlegel
Hohenmölsen soll als Schulstandort im Burgenlandkreis gestärkt werden.
Hohenmölsen soll als Schulstandort im Burgenlandkreis gestärkt werden. Sven Hoppe/dpa

Hohenmölsen/MZ - Die Stadtratsfraktion der Wählergemeinschaft „Aktives Hohenmölsener Land“ (AHL) hat für die nächste Stadtratssitzung im September einen Antrag eingereicht, der sich mit der Stärkung des Schulstandorts Hohenmölsen befasst. Konkret geht es darum, dass sich der Stadtrat zu allen Schulformen, die es in der Stadt gibt, bekennt. „Der Bürgermeister wird außerdem beauftragt, im Rahmen seiner Kompetenzen, sich dafür einzusetzen, dass die vorhandenen Bildungsangebote gestärkt und gesichert werden“, sagt AHL-Fraktionschefin Corinna Zogall im Stadtrat.

Zu wenig Gymnasiasten - Hohenmölsen soll als Schulstandort gestärkt werden

Hintergrund ist, dass das Agricolagymnasium, das sich in Trägerschaft des Landkreises befindet, seit jeher die Mindestjahrgangsgrößen für Anfangsklassen - 75 neue Schüler sind vorgesehen - nicht erreicht und jedes Jahr eine Ausnahmegenehmigung für den ländlichen Raum erhält, die ein Minimum von 50 neuen Schülern umfasst. Für das Schuljahr 2022/23 sehen die Prognosen aber düster aus: So werden für dieses Schuljahr weniger als 50 neue Gymnasiasten erwartet.

Dieser Umstand gibt aus Sicht der AHL Anlass zur Sorge, auch wenn eine Schließung des Agricolagymnasiums derzeit wohl nicht zur Debatte steht, wird aber über eine mögliche Fusion mit einer anderen Bildungseinrichtung nachgedacht (die MZ berichtete). Soweit dürfe es aus Sicht der AHL nicht kommen, die Stadt müsse sich dafür einsetzen, dass die Schule eigenständig bleibt. „Dies ist wichtig, damit Hohenmölsen weiter ein attraktiver Wohnstandort für junge Familien bleibt und auch im Zuge des Strukturwandels ist ein gutes und vielfältiges Schulangebot wichtig“, so Corinna Zogall.

CDU: Keine Schließung

Bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass der Antrag wohl keine Probleme haben wird, vom Stadtrat beschlossen zu werden. „Der Schulstandort Hohenmölsen ist von enormer Bedeutung im ländlichen Raum“, sagte Bürgermeister Andy Haugk (parteilos). Man müsse sich aber intensiv damit auseinandersetzen, was mögliche Kooperationsklassen mit anderen Schulen bedeuten würden. „Wehret den Anfängen“, sagte Haugk.

Die CDU-Fraktion ist der gleichen Ansicht. Mit der Zukunft des Gymnasiums müsse man sich intensiv befassen „bevor in irgendwelchen Hinterzimmern Pläne geschmiedet werden“, sagt Fraktionschef Jan Förster. Fraktionskollegin Marion Sonntag, selber Lehrerin am Agricolagymnasium, sagte, derzeit gebe es keinen Grund, sich wegen einer Schulschließung Sorgen zu machen. Dass weniger als 50 Neuschüler zu erwarten sind, betreffe nur den einen Jahrgang 2022/23. Danach werde man diese Zahl wieder überschreiten, sagt sie.