Jeder Artikel ein Unikat

Goseckerin fertigt filigrane Kunst aus Perlen

Die Goseckerin Nicole Rodegast fertigt Schmuck aus Perlen. Wie sie zu dieser Passion kam und wann sie ihr Handwerk präsentieren wird.

Von Andrea Hamann-Richter
Nicole Rodegast aus Goseck fertigt aus Glasperlen Schmuckstücke an.
Nicole Rodegast aus Goseck fertigt aus Glasperlen Schmuckstücke an. (Foto: Andrea Hamann-Richter)

Goseck/MZ - Wie viele Perlen sie hat, kann Nicole Rodegast nicht sagen. In den vergangenen Jahren hat die Goseckerin aufgehört zu zählen. Aber, so schätzt sie es ein, mindestens 30 verschiedene Sorten dieser runden und ovalen, zumeist aus Glas bestehenden Schmucksteinchen müssten es sein. Aus ihnen stellt die 38-Jährige exklusive Kunst- und Schmuckgegenstände her. Diese möchte die Frau am 11. September von 10 bis 17 Uhr während der vierten Börse „Kommode“ in der Weißenfelser Jüdenstraße präsentieren und auch verkaufen.

Kreativität werde in ihrer Familie schon lange gelebt, erzählt die Frau. So war es auch ihre Mutter Kerstin, die anfing, sich mit der Perlenkunst zu befassen. Das war schätzungsweise vor neun Jahren. Sie habe sich dann ihrer Mutter angeschlossen, denn sie wollte herausfinden, ob diese Passion auch etwas für sie selber ist, sagt Nicole Rodegast. Beide entschieden sich von Anfang an dafür, auf fertige Bausätze zu verzichten. Sie wollten sich in ihrem Einfallsreichtum nicht einschränken. Mutter und Tochter kauften Perlen und ein Buch zu diesem Thema und fingen einfach an. Dabei habe es sich herausgestellt, dass bei ihrer Mutter der Funke für dieses Handwerk nicht übersprang - im Gegenteil zur Tochter. Ihr gefiel, was sie da tat und sie faszinierte, wie viele verschiedene Muster und Formen unter ihren Händen entstehen konnten. Zudem merkte sie, dass es ein sehr schöner Ausgleich zu ihrer Tätigkeit im Studentensekretariat an der Universität in Halle war.

„Jeder meiner Artikel ist ein Unikat“

Hat sie sich für ein neues Stück entschieden, geht die Frau an ihre vielen mit Perlen unterschiedlichster Art gefüllten Schubfächer. Sie sucht sich Farben und Formen aus, schüttet davon kleine Häufchen auf ihre Arbeitsfläche, nimmt sie mit Nadel und Faden auf und arbeitet sie miteinander zusammen. Es benötige dabei schon eine gewisse Vorstellungskraft und ein Bezug zur Geometrie, um nicht den Überblick zu verlieren, sagt sie. Die Perlen werden nämlich symmetrisch aneinander geordnet, so dass sie später ein gleichmäßiges Muster ergeben. Für jedes Stück benötigt sie unterschiedlich viel Zeit, manchmal Tage, manchmal Wochen.

Filigrane Perlendeckchen hat sie angefertigt, in die sie Kugelschreiber hineinhäkelt, wunderschöne Magneten, mit denen Erinnerungszettel an Kühlschränke angebracht werden können, mit Perlen umhäkelte Straßsteine sind entstanden, sowie blinkende Accessoires wie Halsketten und Colliers, außergewöhnliche Schlüsselanhänger und Lesezeichen. „Jeder meiner Artikel ist ein Unikat“, sagt sie. Viele Stücke sind außerdem dreidimensional gearbeitet. „Ich häkele nach vorne, nach hinten, nach links und nach rechts“, beschreibt sie das Handwerk. Ihrer Kreativität sind daher keine Grenzen gesetzt. Sollten doch mal die Ideen ausgehen, wird sie im Internet auf verschiedenen Seiten und auf Videokanälen fündig. Ihr Kundenkreis bestehe aus ganz unterschiedlichen Personen und meistens verkaufe sie die Artikel über das Internet. Die Traditionsketten beispielsweise würden in Bayern eher Absatz finden, als in der heimischen Region. Nun freut sie sich aber erst mal darauf, ihre Kunst bei der „Kommode“ zu präsentieren.

Nicole Rodegast mit ihrer Kunst im Internet: www.rolling-fantasy.de