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Freyburger Markt Freyburger Markt: Den Brunnengeistern bleibt die Spucke weg

Von Gerd Stöckel 14.07.2017, 08:31
Einer der Brunnengeister auf Freyburgs Markt. Wer nicht aufpasst, den bespeit er schon mal mit Wasser. Doch vorerst sind die Pumpen defekt.
Einer der Brunnengeister auf Freyburgs Markt. Wer nicht aufpasst, den bespeit er schon mal mit Wasser. Doch vorerst sind die Pumpen defekt. Archiv

Freyburg - Gut, in diesen Tagen gab es von oben genug Wasser. Aber wenn’s in diesem Sommer noch mal anders kommt? Auf dem Freyburger Marktplatz jedenfalls wird der müde Wanderer keine Erfrischung für seine Füße finden. Das Becken im Brunnen liegt trocken, und auch den Brunnengeistern, die das Pflaster benetzen sollen, bleibt die Spucke weg. Die Pumpen sind hinüber und auch andere Technik, weil, so heißt es, der Schacht im vorigen Jahr voll Wasser gelaufen war und niemand es bemerkt hatte. Den längeren Tauchgang hat die Technik nicht verkraftet.

Nach der Sanierung des Freyburger Marktplatzes war der Brunnen als das i-Tüpfelchen für das Ensemble konzipiert worden. 2003 war er in Betrieb gegangen. Geschaffen hat ihn der Freyburger Steinmetz und Bildhauer Harald Eckert. Für die im Wechsel speienden Brunnengeister auf dem Pflaster und die Fontäne im ammonitenförmigen Becken war eine ausgeklügelte Choreografie erarbeitet worden. (stö)

„Die Pumpen sind nicht zu reparieren, und neue Pumpen kosten pro Stück über 2.000 Euro“, gab Udo Mänicke, Freyburgs Bürgermeister, auf eine Nachfrage unserer Zeitung Auskunft. Installateurmeister Pannicke, den die Stadt mit der Erneuerung der defekten Anlage beauftragt hat, bietet an, einen Hauswasserautomaten einzubauen. Einen solchen, so erläuterte Roland Ritschel aus dem Unstruttal-Bauamt, kann man sich vorstellen wie eine Gartenpumpe mit Wassertank und Zeitschalter. Damit könnte zumindest erst mal die Fontäne im Brunnen wieder in Betrieb gehen - wenn alles gut geht und keine weiteren Probleme auftauchen, könnte sie im August wieder funktionieren.

Für die Brunnengeister müsste gegebenenfalls ein zweiter Hauswasserautomat installiert werden. In welchem Rhythmus die Geister dann speien, hängt von technischen Details ab, die noch zu prüfen sind, so Ritschel weiter. Diese zweite Anlage, wenn sie denn angeschafft wird, wäre aber frühestens im nächsten Jahr funktionsbereit.

So richtig funktioniert hat der Brunnen auf dem Freyburger Markt nie. Immer wieder gab es technische Probleme. 2010 hatte ein großzügiger Spender eine Instandsetzung finanziert, doch bald schon gab es neue Defekte, lief die Anlage, wenn überhaupt, im Schongang. „Die bisherige Technik war kompliziert, störanfällig und teuer in der Wartung“, erläutert Mänicke. Nun will die Stadt die Technik, die eine ausgeklügelte Choreografie ermöglichen sollte, radikal vereinfachen. „Die Kosteneinsparung wäre beträchtlich“, so Bauamtsmitarbeiter Ritschel. Zudem soll künftig ein ortsansässiges Unternehmen die Betreuung der Anlage übernehmen.