Fall Adrian Ursache: Zwangsräumung rechtens

Fall Adrian Ursache: Zwangsräumung rechtens: Gerichtsvollzieher erhält Morddrohung

Reuden - Die Art und Weise, wie Gerichtsvollzieher im Land Sachsen-Anhalt bedroht werden, hat eine neue Dimension erreicht. So zumindest schätzt der Vorstand des Landesverbandes der Gerichtsvollzieher die Situation nach den Vorfällen in Reuden ein. Dort sollte in der vergangenen Woche das Haus eines Schuldners zwangsgeräumt werden. Dabei eskalierte die Situation und es kam zu einem Schusswechsel zwischen dem ehemaligen Besitzer Adrian Ursache (einst Mister Germany) und der Polizei. Ursache wurde schwer verletzt. Im Zusammenhang mit der Zwangsräumung gab es Mordaufrufe im Internet unter anderem gegen den zuständigen Gerichtsvollzieher. Er wurde mit Bild, Name und Privatanschrift veröffentlicht und musste unter Polizeischutz gestellt werden. Der Verband der Gerichtsvollzieher schätzt ein, dass in den vergangenen Jahren in „bestimmten Kreisen“ die Bereitschaft gewachsen sei, gegen staatliche Maßnahmen mit Gewalt vorzugehen. Betroffen davon seien nicht nur Gerichtsvollzieher, sondern auch Angehörige von Gerichten und Behörden sowie Finanz- und ...

Von Torsten Gerbank 02.09.2016, 15:15

Die Art und Weise, wie Gerichtsvollzieher im Land Sachsen-Anhalt bedroht werden, hat eine neue Dimension erreicht. So zumindest schätzt der Vorstand des Landesverbandes der Gerichtsvollzieher die Situation nach den Vorfällen in Reuden ein. Dort sollte in der vergangenen Woche das Haus eines Schuldners zwangsgeräumt werden. Dabei eskalierte die Situation und es kam zu einem Schusswechsel zwischen dem ehemaligen Besitzer Adrian Ursache (einst Mister Germany) und der Polizei. Ursache wurde schwer verletzt. Im Zusammenhang mit der Zwangsräumung gab es Mordaufrufe im Internet unter anderem gegen den zuständigen Gerichtsvollzieher. Er wurde mit Bild, Name und Privatanschrift veröffentlicht und musste unter Polizeischutz gestellt werden. Der Verband der Gerichtsvollzieher schätzt ein, dass in den vergangenen Jahren in „bestimmten Kreisen“ die Bereitschaft gewachsen sei, gegen staatliche Maßnahmen mit Gewalt vorzugehen. Betroffen davon seien nicht nur Gerichtsvollzieher, sondern auch Angehörige von Gerichten und Behörden sowie Finanz- und Polizeibeamte.

Laut einer Mitteilung des Landgerichts Halle war der bisherige Eigentümer des in Reuden zwangsgeräumten Hauses gegenüber einer Vielzahl von privaten und öffentlichen Gläubigern Zahlungsverpflichtungen in Höhe von rund 150.000 Euro nicht nachgekommen. Das Grundstück war bereits im Juni versteigert worden. Der bisherige Eigentümer war mehreren Aufforderungen zur Räumung nicht nachgekommen. Nun hatte der neue Eigentümer die Zwangsräumung beantragt. Weil es bereits im Vorfeld auf einigen Seiten und Foren im Internet zum Teil massive Drohungen und Aufrufe zu Gewalt gegen den Gerichtsvollzieher gab, nahm der Gerichtsvollzieher polizeiliche Unterstützung in Anspruch. „Die von dem Gerichtsvollzieher durchgeführte Zwangsräumung war somit die gesetzlich gebotene Handlungsweise“, so das Landgericht. (mz)