Der Qualm kommt

Der Qualm kommt: Ab März ist das Verbrennen von Gartenabfällen wieder erlaubt

Zeitz - Ab März ist das Verbrennen von Gartenabfällen wieder erlaubt. Dabei gilt es aber einiges zu beachten. Warum ein Verbot noch nicht in Sicht ist.

Von Angelika Andräs 28.02.2019, 06:00

Bald stehen wieder Rauchzeichen über der Stadt. Denn im März dürfen in Zeitz und den Ortsteilen wieder Gartenabfälle verbrannt werden. Eine, die diese Zeit besonders fürchtet, ist die Zeitzerin Sabine Schmidt. „Ich habe chronische Probleme mit den Bronchien und leide dann immer sehr“, erklärte sie der MZ, „ist denn immer noch kein Ende in Sicht?“

Offensichtlich nicht. Zurzeit gibt es keine Bestrebungen im Stadtrat, noch einmal ein Verbot des Verbrennens anzuschieben. Wobei es eigentlich gar nicht darum geht, denn das Verbrennen von Gartenabfällen ist längst bundesweit verboten. Dort, wo gezündelt werden darf, gilt lediglich eine Ausnahme vom Verbot. In einigen Teilen des Burgenlandkreises gilt aber das Verbot,, wie in Naumburg, Bad Kösen, Freyburg, Bad Bibra, Weißenfels, Lützen.

Verbot des Verbrennens: In Zeitz hatte es zuletzt vor fünf Jahren einen Vorstoß der Freien Wähler gegeben

In Zeitz hatte es zuletzt vor fünf Jahren einen Vorstoß der Freien Wähler gegeben. Ihre Vorlage für ein Verbot des Verbrennens wurde allerdings vom Stadtrat mehrheitlich abgelehnt. Eine Umfrage vor drei Jahren brachte letztendlich kein Ergebnis: Landrat Götz Ulrich (CDU) wollte sich mit einer Bürgerbefragung parallel zur Landtagswahl eine klare Willensbekundung für ein Brennverbot holen und dann handeln. Die missverständliche Fragestellung schadete dem Vorhaben eher. Alles blieb beim alten.

Doch selbst die nach wie vor eingeräumte Möglichkeit, Gartenabfälle zu verbrennen, heißt nicht, dass einfach alles und zu jeder Zeit ins Feuer fliegen darf. Nach der Verordnung dürfen nur pflanzliche Gartenabfälle und die jeweils montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr verbrannt werden. Dass Verbrennen erst nach Ausschöpfen aller anderen Entsorgungsmöglichkeiten in Betracht kommen sollte, darauf verweist Ariane Körner, Leiterin des Umweltamtes des Burgenlandkreises.

Grundsatz, dass pflanzliche Gartenabfälle vorrangig durch Kompostierung zu verwerten sind

„Nach wie vor gilt der Grundsatz, dass pflanzliche Gartenabfälle vorrangig durch Kompostierung zu verwerten sind. So können pflanzliche Gartenabfälle bei den Wertstoffhöfen in Naumburg, Weißenfels und Zeitz, beim Kompostwerk in Weißenfels oder den Kompostplätzen Nißma und Hohenmölsen kostenfrei abgeliefert werden“, so Körner. Darüber hinaus gibt es im Landkreis verteilt weitere acht öffentliche Annahmestellen für Grün- und Astschnitt.

Überdies wird durch die Abfallwirtschaft Sachsen-Anhalt Süd (AW SAS) die Möglichkeit geboten, Grün- und Astschnitt im 14-tägigen Rhythmus über die Biotonne oder Zusatzbiotonne im Holsystem entsorgen zu lassen. Wer dennoch verbrennt, sollte die Gartenabfälle grundsätzlich vorher komplett umschichten. „Denn die Haufen sind ein perfekter Unterschlupf für Tiere wie Igel, Mäuse oder Vögel und Insekten. Es reicht daher nicht aus, nur am Haufen zu rütteln, um Tiere zu vertreiben, da sich diese eher völlig ruhig verhalten statt die Flucht zu ergreifen“, so Körner weiter. (mz)