Debatte um tierische Begleitung

Darf Bello bald mit auf den Hohenmölsener Friedhof?

Warum SPD einen Antrag stellen will.

Von Tobias Schlegel 21.09.2021, 10:30 • Aktualisiert: 21.09.2021, 10:45
Dürfen Hunde bald offiziel auf den Hohenmölsener Friedhof.
Dürfen Hunde bald offiziel auf den Hohenmölsener Friedhof. (Foto: imago images/biky)

Hohenmölsen/MZ - In Hohenmölsen könnte es bald erlaubt sein, Tiere mit auf den Friedhof zu nehmen. Die SPD-Stadtratsfraktion will dazu im Oktober einen Antrag im Stadtparlament vorlegen und darüber abstimmen lassen, wie Fraktionschef Jens Neumann auf MZ-Nachfrage bestätigte. Bisher sind Tiere laut Friedhofssatzung der Stadt nicht erlaubt.

Debatte um Hunde auf dem Hohenmölsener Friedhof

Ausgenommen sind sogenannte Servicehunde - also Begleithunde für Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen. „Die Tiere müssen aber angeleint sein“, sagt Birgit Rutkowski, Fachbereichsleiterin für Ordnung und Soziales bei der Stadt. Die Regelung, dass Tiere auf Friedhöfen nicht erlaubt sind, gibt es laut ihrer Aussage auch in anderen Städten der Umgebung.

In Hohenmölsen soll dies aber bald der Vergangenheit angehören - zumindest wenn es nach der SPD-Fraktion geht. Denn: „Der Passus, dass die Tiere auf dem Friedhof verboten sind, wurde in der Vergangenheit nie durchgesetzt. Die Leute gehen schon jahrelang mit ihren Hunden über den Friedhof und es wurde immer akzeptiert“, sagt Neumann.

Beschwerden von Bürgern über Hunde auf dem Friedhof

Deshalb sollte man den Tierzutritt legalisieren, der „eh schon seit Jahren Praxis ist.“ Aus Sicht von Neumann gibt es auch kein Anlass für ein Tierverbot auf dem Friedhof und so haben die Sozialdemokraten auch kein Problem damit, wenn etwa eine Oma ihren Vierbeiner mit auf den Friedhof nimmt. „Man sollte natürlich das Tier an der Leine haben. Auch darf es nicht sein, dass Wege oder Gräber von den Hunden verdreckt werden“, so Neumann. Vorfälle wie diese und Beschwerden seien ihm aber auch nicht bekannt.

Das sieht die Stadtverwaltung jedoch anders. Laut Birgit Rutkowski hat es in jüngster Vergangenheit Beschwerden von Bürgern gegeben, weil Besucher Hunde auf den Friedhof mitgebracht hatten. Aus diesem Grund hat die Stadt jüngst entsprechende Piktogramme an den Eingängen angebracht, die auf das Hundeverbot hinweisen. Verstöße gegen das Verbot wurden von der Verwaltung laut eigener Aussage bisher aber noch nicht geahndet.