Breitenbach

Breitenbach: Brückenschlag nach Hochwasser

Breitenbach - Großer Bahnhof mitten im Wald: Bei Breitenbach wurde am Donnerstag die neu gebaute Brücke über den Heckenbornbach eingeweiht. Eine neue Brücke im Wald lockt normalerweise keinen Vertreter der Landesregierung in den Wald. In diesem Falle war das etwas anderes, denn dort im Wald wurde mit Fördermitteln eine Wunde geschlossen, die das Hochwasser im Jahr 2013 gerissen hatte. 250 000 Euro kostete der Neubau, der komplett mit Fördermitteln bezahlt wurde, die Bund und Land zur Verfügung gestellt hatten. Die Brücke bei Breitenbach ist das letzte größere Vorhaben zur Beseitigung von Hochwasserschäden von 2013 im ...

Von Beate Thomashausen

Großer Bahnhof mitten im Wald: Bei Breitenbach wurde am Donnerstag die neu gebaute Brücke über den Heckenbornbach eingeweiht. Eine neue Brücke im Wald lockt normalerweise keinen Vertreter der Landesregierung in den Wald. In diesem Falle war das etwas anderes, denn dort im Wald wurde mit Fördermitteln eine Wunde geschlossen, die das Hochwasser im Jahr 2013 gerissen hatte. 250 000 Euro kostete der Neubau, der komplett mit Fördermitteln bezahlt wurde, die Bund und Land zur Verfügung gestellt hatten. Die Brücke bei Breitenbach ist das letzte größere Vorhaben zur Beseitigung von Hochwasserschäden von 2013 im Landesforstbetrieb.

Launig begrüßte Holger Koth, der Leiter des zuständigen Forstbetriebs Süd, seine Gäste mitten im Wald. Vom Anwohner über den Landwirt und den Polier über den Ortsbürgermeister und das Ingenieurbüro bis hin zum Staatssekretär waren alle zum feierlichen Banddurchschnitt gekommen. „Wenn wir als Forst mal was Bleibendes schaffen und in die Infrastruktur investieren, dann wollen wir das auch öffentlich herzeigen“, meinte Koth.

Freie Fahrt für Landesforstbetrieb

Man möchte es kaum glauben, wenn man den Heckenbornbach im September 2016 sieht - nicht mehr als ein kleines, unbedeutendes Rinnsal. Anders aber am ersten Juniwochenende 2013. Damals müssen sich Wassermassen von den Hängen des Zeitzer Forstes in das Bächlein ergossen haben, so dass dieses zum reißenden Wasser wurde. „Noch schlimmer sei es aber gewesen, dass die Böschung ins Rutschen kam. Das Gewölbe der alten Sandsteinbrücke wurde durch das Hochwasser so geschädigt, dass die Brücke nicht mehr verkehrssicher war“, erklärte Ralf-Peter Weber, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt. Für Wanderer ist ein kleiner Hopser über ein Bächlein vielleicht kein Problem, wohl aber ist eine fehlende Überfahrt fatal für den Landesforstbetrieb, der die Brücke schließlich als Wirtschaftsweg nutzt.

Auffällige violett-rote Brücke

Birte Reiter, Bauleiterin der Magdeburger Firma Matthäi, betreute den Brückenneubau im Zeitzer Forst, mit dem am 2. Mai begonnen wurde. Reiter musste sich einige Neckereien ihrer Kollegen gefallen lassen, da sie sich für violett-rote Brückengeländer entschieden hatte. Das sei typisch Mädchen. „Ein braunes Geländer hätte doch aber im Wald gar keiner gesehen“, fand sie und schoss Fotos von „ihrer“ Brücke. Im Schnitt vier Leute seien dort in den vergangenen viereinhalb Monaten im Einsatz gewesen, um die neue 22 Meter lange Brücke zu bauen. 2 500 Kubikmeter Erde wurden zunächst abgetragen und auf einem nahen Feld gelagert. Das sei ein Riesenberg gewesen, erinnert sich ein Anwohner. Denn das Brückenbauwerk ist gar kein so kleines. Bis zu acht Meter Höhenunterschied zwischen der Forststraße und der Bachsohle seien zu überbrücken gewesen, erklärte Frank Schneemilch, der beim Landesforstbetrieb für den Wegebau verantwortlich zeichnet. Der Heckenhornbach läuft nun durch ein Gewölbe aus 20 Rahmenteilen aus Stahlbeton, die 1,75 Meter hoch und ebenso breit sind. Darüber wurde die Straße mit den 2 500 Kubikmetern Erde, aber auch mit Schotter und Asphalt neu aufgebaut. Schließlich sollen darüber wieder Forstwirtschaftsfahrzeuge rollen können.

Den Belastungstest für die Brücke machte sofort nach dem feierlichen Banddurchschnitt Henning Schubert mit seinem schwer beladenen Lastkraftwagen mit Hänger. Schubert ist Dienstleister für den Forst und durfte als Erster über die neue Brücke rollen. Auf dem Hänger hatte er das Futter für ein Biomasseheizwerk geladen - Energieholz. (mz)