Auf Harmonie-Suche

Auf Harmonie-Suche: Sozialarbeiterinnen wollen Stimmung an Schulen verbessern

Hohenmölsen - Lydia Leder und Franziska Dietrich verändern an der Grund- und Sekundarschule von Hohenmölsen die Stimmung.

Von Petra Wozny 24.03.2018, 11:00

Kaum klingelt es zur Pause, klopft es bei Lydia Leder an der Tür. Zwei Mädchen stehen davor, lächeln verlegen. Sie wollen von der jungen Frau nur mal in den Arm genommen werden. Gesagt, getan. Dann schwirren die Zweitklässlerinnen wieder ab. Lydia Leder schmunzelt. „Nichts Außergewöhnliches“, sagt sie. Das passiert fast täglich.

Die 31-Jährige ist die neue Schulsozialarbeiterin an der Grundschule in Hohenmölsen. Sie löste Samira Riegraf ab. Neu jedoch ist für Lydia Leder die soziale Arbeit an einer Schule nicht. Fünf Jahre war sie in Weißenfels an der Ökowegschule tätig. Dann folgte ein Jahr Elternzeit. Beschäftigt ist die 31-Jährige über das Christliche Jugenddorfwerk (CJD). „Wir sind ein gutes Team“, lobt Schulleiterin Gabriele Poeck die junge Frau. Lehrer würden viel machen, könnten aber nicht alles auffangen. Da greife die Schulsozialarbeit.

Erziehung und Bildung harmonieren zugunsten der Grundschüler

Erziehung und Bildung würden zugunsten der Grundschüler gut harmonieren. „Ich bin kein Hilfslehrer, eher ein Einzelkämpfer“, sagt Leder, die von einem Netzwerk, dass sie schon an der Weißenfelser Schule geknüpft hat, profitiert. Die Polizei sei ebenso im Boot, wie das Betreute Wohnen, Altenpflegeheime und Jugendtreffs.

In Hohenmölsen will Lydia Leder sich verstärkt dafür einsetzen, dass soziale Kompetenzen zwischen den Grundschülern auf- und ausgebaut werden. Dazu gehöre unter anderem, dass Kinder lernen, Streit selbst auszutragen, rücksichtsvoll miteinander umgehen, fair und freundlich zueinander sind. Im Fach Soziales Lernen erlernen die Kinder spielerisch Emotionen wie traurig, glücklich, wütend sein auszudrücken. Auch wenn es „nur“ darum geht, dass die vermeintliche Freundin plötzlich nicht mehr Freundin sein will, sind solche Sorgen bei Sechs- bis Zehnjährigen ernst zu nehmen.

„Nur wer sich öffnet und drüber redet, dem kann auch geholfen werden“

„Nur wer sich öffnet und drüber redet, dem kann auch geholfen werden“, weiß Lydia Leder aus Erfahrung. Wichtig ist es der Schulsozialarbeiterin, die Lehrer auf ihrer Seite zu haben und die Eltern mit ins Boot zu holen. „Im Moment erleben wir die große Kennenlernphase.“ Das bestätigt auch Franziska Dietrich - ebenfalls Sozialarbeiterin. Sie ist an der Sekundarschule „Drei Türme“ in Hohenmölsen vom CJD seit kurzem eingesetzt.

Gegenüber den anstehenden Problemen bei Grundschülern, gehe es an der Sekundarschule richtig zur Sache. „Unterrichtsstörungen, Mobbing, fehlende Mitarbeit, dauerhafte Misserfolge, Schulangst, extreme Fehlzeiten - das sind hier die Themen“, umreißt die 33-Jährige das Feld ihrer Arbeit.

Schulsozialarbeiterinnen wollen Vertrauen aufbauen

Wichtig sei ihr, in den kommenden Wochen Vertrauen aufzubauen, denn die Schüler, die zu ihr kommen, haben nicht unerheblich Sorgen oder Probleme. Wer sich Hilfe holen möchte, petzt nicht, sagt die studierte Psychologin.

Verhalten nehmen es beide Schulsozialarbeiterinnen, dass sie nur bis Ende Juli beschäftigt sind. „Wir haben jedoch Vertrauen in den CJD, dass das Projekt der Schulsozialarbeit weitergeführt wird“, sagt Lydia Leder. Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds gebe es noch bis 2020. Was dann wird, wissen weder Leder noch Dietrich. „Sozialarbeiter haben es immer mit befristeten Verträgen zu tun“, sagt Franziska Dietrich. (mz)