Abgehängt vom Bahnverkehr

Abgehängt vom Bahnverkehr: Ist für Bornitz der Zug weg?

Bornitz - Die Zahl der Bahnreisenden zwischen Zeitz und Leipzig steigt rasant, doch kleine Orte werden abgehängt. Wie die Nasa das begründet.

Von Yvette Meinhardt

Die Zahl der Pendler von Zeitz nach Leipzig ist in den letzten Jahren um 20 Prozent gestiegen. „1.600 Bahnreisende haben wir täglich auf dieser Strecke, am Wochenende und an Feiertagen sind es sogar 1.800 Fahrgäste“, sagt Wolfgang Ball, Pressesprecher der Nahverkehrsservice Sachsen Anhalt GmbH (Nasa). Dennoch ist das Aus für Haltestellen in Bornitz und Reuden besiegelt.

„Wir müssen die ganze Strecke im Blick haben. Und die Reisenden wollen nun mal auf schnellstem Weg von Zeitz nach Leipzig. Aus diesem Grund haben wir uns bereits 2010 dazu entschlossen, die Haltepunkte Bornitz und Reuden aufzugeben. Dabei wird es bleiben. Auch Bedarfshaltestellen sind für uns kein Thema“, fährt Ball fort.

Nasa: In Bornitz gab es 20 Ein- und Ausstiege pro Tag

Dieser Entscheidung sei eine genaue Analyse vorausgegangen. Allerdings dürfte diese nun schon zehn Jahre alt sein. Laut Ball gab es damals 20 Ein- und Ausstiege pro Tag, also zehn Personen. „Jeder Halt kostet Geld in der Unterhaltung und Instandsetzung“, sagt Ball. Auch aus diesem Grund lassen sich drei Haltestellen - Bornitz, Reuden und Profen - in der Elsteraue nicht halten. Selbst wenn es Bedarfshaltestellen wären, so müsste man die Zeiten für das Halten mit in den Fahrplan einrechnen. „Die Bahn kann das nicht leisten, wenn der Zug zu oft hält, dauert die Fahrt von Zeitz nach Leipzig zu lange und wird zu unattraktiv“, erklärt Ball.

„Diese Begründung verstehe ich nicht. Schön ist, wenn die Fahrgastzahlen steigen, das entspricht auch unseren Beobachtungen, umso wichtiger ist es aus unserer Sicht, wenn auch Dörfer wie Bornitz und Reuden in das vorhandene Streckennetz mit eingebunden werden“, sagt Andrea Kabisch, Ortsbürgermeisterin von Bornitz (CDU). Zugleich hatte die Kommunalpolitikerin bemängelt, dass parallel zur Bahn der Bus aus der Bundesstraße 2 fährt. Hält der Zug wieder, dann könne man darüber nachdenken, besser eine Busverbindung von Reuden, Profen, Bornitz nach Tröglitz zu schaffen.

Busverbindung zwischen Profen und dem Verwaltungssitz der Elsteraue soll überprüft werden

Die MZ fragte beim Landkreis nach. „Mit dem neuen ÖPNV-Konzept Clever unterwegs im Burgenlandkreis soll auch eine eventuelle Busverbindung zwischen Profen und dem Verwaltungssitz der Elsteraue, dem Industriepark sowie Tröglitz und Zeitz überprüft werden“, heißt es aus der Pressestelle. Sollte die Prüfung positiv verlaufen, könnte frühestens ab Fahrplanwechsel 2019 eine Buslinie aufgenommen werden.

Darüber hinaus bemüht sich Landrat Götz Ulrich (CDU) sich seit über einem Jahr sehr, die Region perspektivisch besser mit den Oberzentren Leipzig, Halle, Erfurt, Jena und Gera zu vernetzen. Dabei sie aus seiner Sicht die Anbindung an das Mitteldeutsche S-Bahn-System von zentraler Bedeutung. Denn nur mit der S-Bahn könne der Burgenlandkreis näher an die Ballungszentren heranrücken und seine Attraktivität für junge Familien, Berufspendler, Auszubildende und Studenten stärker unter Beweis stellen.

Ulrich: „Eine S-Bahn von Gera über Zeitz nach Leipzig würde auch eine bessere Erschließung der Elsteraue mit sich bringen.“ Ulrich will hierzu zeitnah Gespräche mit dem Zeitzer OB und den Ortsbürgermeistern von Bornitz, Profen und Reuden und dem Bürgermeister der Elsteraue suchen. Dabei wird auch die künftige Linienführung des Busangebots in der Gemeinde Elsteraue eine Rolle spielen. (mz)