Gefahrguttransporter ausgelaufen

A38 Kreuz Rippachtal bei Leuna: Gefahrguttransporter verliert Lösungsmittel

Zeitz - Nach einem schweren Unfall auf der Bundesautobahn 38 am Kreuz Rippachtal ist am Nachmittag auch der ABC-Zug des Burgenlandkreises alarmiert worden.

Von Angelika Andräs

Bei einem Unfall am Montagnachmittag auf der A 38 zwischen dem Kreuz Rippachtal und der Ausfahrt Leuna ist der Fahrer eines Gefahrguttransporters schwer verletzt worden.

Wie die Polizei mitteilte, ist das Tanklastfahrzeug auf einen am Stauende in Richtung Göttingen stehenden Holztransporter aufgefahren. Der Fahrer wurde mit dem Helikopter in eine Klinik geflogen.

Gefahrguttransporter aus Tschechien verliert Lösungsmittel auf A38

Die besondere Brisanz des Unfalls: Der Gefahrguttransporter aus Tschechien mit 12.000 Litern Lösungsmitteln an Bord ist bei der Kollision leckgeschlagen.

Deshalb wurde der ABC-Zug des Burgenlandkreises zur Hilfe gerufen, der bei Unfällen mit atomaren, biologischen oder chemischen Stoffen zum Einsatz kommt. Wie aus der Kreisleitstelle zu erfahren war, waren nach zwei Stunden bereits etwa 8.000 Liter des Lösungsmittels ausgelaufen.

Zusammen mit Einsatzkräften der umliegenden Feuerwehren aus dem Saalekreis und dem Burgenlandkreis wurde stundenlang der Tanklastzug ausgepumpt. Selbst in den Abendstunden war die Autobahn in beide Fahrtrichtungen gesperrt, was zu enormen Staus in den umliegenden Städten führte. Erst am Dienstagmorgen gegen 6 Uhr konnte ein Fahrstreifen in Richtung Göttingen wieder freigegeben werden. Die Geschwindigkeit wurde nach Polizeiangaben auf 60 Kilometer pro Stunde begrenzt. Wann die Fahrbahn wieder komplett befahrbar sein wird, ist noch unklar.

Nach Auskunft des Sprechers des Weißenfelser Autobahn-Polizeireviers, Veit Raczek, sind beide Richtungsfahrbahnen während der Bergungsarbeiten nicht ohne Grund gesperrt geblieben. Das Risiko, dass sich das Lösungsmittel entzünden könnte, hatte die Experten veranlasst, auch die Spur in Richtung Dresden zu sperren.

Die Verkehrslage auf der A38 in Echtzeit:

Nach ersten Schätzungen der Experten ist bei der Kollision der beiden Lkw ein Schaden von etwa 350.000 Euro entstanden. Die Trümmer der beiden Fahrzeuge verteilten sich auf einer Länge von bis zu 80 Metern auf der Autobahn, so der Polizeisprecher. Laut Polizei konnte die Autobahn in Richtung Dresden gegen 22 Uhr wieder komplett für den Verkehr freigegeben werden. (mz)