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Blutkonserven werden knapp Blutkonserven werden knapp: Warnung vor Engpass! Sachsen-Anhalt spendet immer weniger

Von Tina Schwarz 01.06.2018, 19:06
Die Zahl der Blutspenden sind nicht nur in Sachsen-Anhalt gesunken.
Die Zahl der Blutspenden sind nicht nur in Sachsen-Anhalt gesunken. imago stock&people

Halle (Saale) - Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) berichtet, dass in Sachsen-Anhalt im Mai 700 Blutspenden gefehlt haben. Nach Angaben von Nico Feldmann, Regionalleiter für Sachsen-Anhalt und Thüringen, gab es zehn Prozent weniger Spender als im Monatsschnitt der Vorjahre. Auch in den anderen Bundesländern sieht die Situation ähnlich aus.

Ein Grund für den starken Rückgang ist die für den Mai ungewöhnliche Hitzewelle. „Viele gehen vermutlich aus Angst vor Kreislaufproblemen nicht zum Spenden“, sagt Nico Feldmann. Doch diese Angst sei oft unbegründet, fügt er hinzu. „Wenn es warm ist, trinken die Leute automatisch mehr und sind damit körperlich viel besser auf die Spende vorbereitet.“ Er versteht aber, dass viele lieber die Sonne genießen oder sich am See abkühlen, anstatt Blut zu spenden. Auch die vielen Feiertage sind, so der Regionalleiter, wohl Schuld an der Misere.

DRK-Regionalleiter Feldmann warnt vor Blutkonserve-Engpässen in Sommer und Herbst

Dabei ist gerade der Mai der Monat, an dem das DRK seine Vorräte für das Sommerloch, das mit den großen Schulferien beginnt, aufstockt. Panik will Feldmann allerdings nicht verbreiten: „Noch sind wir versorgungssicher.“ Doch er warnt vor Engpässen im Sommer oder Herbst.

Schon im Frühjahr hatte das DRK zu wenig Blutspenden registriert. Der Grund war die langanhaltende Grippewelle. In Sachsen-Anhalt sollen im Schnitt zwölf Prozent weniger Menschen zum Blutspenden gegangen sein. Im Raum Aschersleben und Halle fehlten sogar zwischen 30 und 40 Prozent. Nico Feldmann hofft nun, dass im Juni wieder mehr Menschen zum Spenden gehen und sich die Lagerbestände wieder erholen.

Blutspenden in ganz Deutschland rückläufig

Besorgniserregend sei allerdings der Trend, dass die allgemeine Spendenbereitschaft in Deutschland seit ein paar Jahren stetig zurückgeht. So wurden nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts 2010 in Deutschland noch 4,9 Millionen Spender registriert, 2017 waren es nur noch 3,9 Millionen. Das soll vor allem daran liegen, dass viele Spender aus Altersgründen ausscheiden, aber nicht genug junge Leute nachrücken.

Dem DRK zufolge benötigen aber rund 80 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal im Leben eine lebensrettende Blutkonserve. Die meisten (19 Prozent) werden in der Krebstherapie eingesetzt. Jeweils 16 Prozent kommen bei Herz- sowie Magen- und Darmerkrankungen zum Einsatz.

Erst dann folgen Unfälle mit zwölf Prozent. Wegen der geringen Haltbarkeit der Konserven, benötigen die Blutspendedienste kontinuierlich Nachschub. Alle Blutgruppen werden dabei gleichermaßen gebraucht.

Aus einer Spende gewinnt das DRK drei Bestandteile: Konzentrate aus roten Blutkörperchen, aus Blutplättchen sowie Plasmapräparate. Nico Feldmann: „Mit einer einzigen Spende kann man also gleich drei Leben retten. Ich kann nur jeden bitten, Spenden zu gehen.“

››Mehr Informationen zu Blutspenden und Termine im Internet unter www.blutspende-nstob.de. (mz)