Zeitzerin schlägt, beißt und bespuckt Wachmann

Zeitzerin schlägt, beißt und bespuckt Wachmann: Mindeststrafe für Randale im Gericht

Zeitz - Weil sie im Gebäude des Amtsgerichtes einen Wachmann geschlagen, gebissen und angespuckt hat, ist eine 39-jährige Zeitzerin jetzt zu drei Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss sie 50 Sozialstunden ableisten. „Das ist die Mindeststrafe, die ich Ihnen aufbürden muss. Mehr ist aber auch nicht nötig, weil Sie sich sicher verhört haben und deswegen ausgerastet sind“, meinte der Richter in seiner ...

Von Matthias Voss

Weil sie im Gebäude des Amtsgerichtes einen Wachmann geschlagen, gebissen und angespuckt hat, ist eine 39-jährige Zeitzerin jetzt zu drei Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss sie 50 Sozialstunden ableisten. „Das ist die Mindeststrafe, die ich Ihnen aufbürden muss. Mehr ist aber auch nicht nötig, weil Sie sich sicher verhört haben und deswegen ausgerastet sind“, meinte der Richter in seiner Urteilsbegründung.

Richterin beleidigt

Im Mai dieses Jahres hatte die Angeklagte einen Termin vor dem Familiengericht, wo es nur um den Aufenthaltsort ihres Sohnes ging. Als die Richterin schließlich gegen die 39-Jährige entschied, bezeichnete sie die Richterin als „Schlampe“ und rannte aus dem Saal. Ein Wachmann, der für Ordnung sorgen wollte, wurde daraufhin von ihr angegriffen. „Es kam zu einer Rangelei, als ich sie festhalten wollte, weil sie im Gebäude weiter wütete. Dabei hat sie mich geschlagen“, so der 43-jährige Zeuge.

Einen Vorsatz wollte er ihr nicht unterstellen, aber einer seiner Zähne ging dabei zu Bruch. Von dem Biss in den Unterarm zog er sich zudem ein Hämatom zu. „Sie hat sich auch nie bei mir entschuldigt“, bemerkte der Wachmann noch. Als die Angeklagte das dann schließlich im Gerichtssaal machte, wollte der 43-Jährige das aber nicht annehmen.

„Er hat wohl zu ihr gesagt, dass sie ihren Sohn nie wieder sehen würde“

Denn es blieb nicht bei den Verletzungen. Als die Jugendbeihilfe mit dem Sohn das Gericht über einen Hinterausgang verlassen wollte, wollte die Zeitzerin das verhindern. So musste der Wachmann wieder dazwischen gehen und wurde von ihr angespuckt.

„Er hat wohl zu ihr gesagt, dass sie ihren Sohn nie wieder sehen würde“, meinte der Verteidiger der Zeitzerin. Doch der Wachmann meinte das nur auf den Tag bezogen. So habe sie sich also offenbar verhört und die Familienrichterin soll sie wohl auch nicht als Rabenmutter bezeichnet haben, wie die Angeklagte erst meinte.

Verminderte Auffassung?

„Ich habe Zweifel, ob sie die Lage damals richtig erfasst hat. Denn dazu ist sie geistig eigentlich gar nicht wirklich in der Lage. Sie hat nur gesehen, dass man ihr das Kind wegnehmen wollte. Sie hat das Urteil sicher gar nicht richtig verstanden“, bescheinigte der Verteidiger seiner Mandantin eine geminderte Auffassungsgabe.

Dass sich alle Parteien, also auch die Staatsanwaltschaft, am Ende der Verhandlung auf das Mindestmaß an Strafe einigten, lag auch an dem aktuellen Auftreten der Angeklagten vor Gericht. Dort war sie sehr ruhig, zurückhaltend und ließ immer mal ein paar Tränen fließen. Zudem war sie nahezu vollkommen geständig und Vorstrafen hat die 39-Jährige nicht. (mz)