Kein Anradeln und leere Plätze?

Wo am ersten Mai-Wochenende dennoch Menschen unterwegs waren

Von Angelika Andräs
(K)ein Anradeln: Daniela Rödel kümmert sich am Neuhaus Salsitz um die Radfahrer, die hier sehr erfreut am Imbiss Pause machen. Foto: Angelika Andräs

Zeitz - Der Start in den Mai ist in Zeitz und besonders entlang der Weinroute an der Weißen Elster normalerweise geprägt von Menschenmassen. Egal, ob man sich zur Maifeier der Gewerkschaft auf dem Platz der deutschen Einheit in Zeitz-Ost trifft oder zum Anradeln der Weinroute auf zwei Rädern unterwegs ist: Raus und andere treffen, das ist - normalerweise - der 1. Mai in der Region. Doch die Coronavirus-Pandemie, die bundesweite Notbremse und nicht zuletzt die immer noch sehr hohe Inzidenz im Burgenlandkreis und in Zeitz lassen alles anders aussehen. Wie - und ob und wo dennoch viele Zeitzer und Besucher aus dem Umland coronakonform und trotzdem mit viel Spaß unterwegs waren -, das wollte die MZ am Feiertag wissen.

Entlang der Weinroute hofft man nun auf das Abradeln.
Foto: Angelika Andräs

Vom Kampf- und Feiertag war auf dem Platz der deutschen Einheit in Zeitz-Ost natürlich nichts zu spüren. Fast gespenstisch liegt der zentrale Platz, auf dem sonst der DGB und einzelne Gewerkschaften, aber auch Parteien und Vereine diesen Tag mit einem Familienprogramm begehen, menschenleer da. Auch am Weinhof Kloster Posa, wo traditionell das Anradeln startet, ist alles menschenleer und verlassen. Die erste schöne Überraschung gibt es dann am Neuhaus im Salsitz: Hier können all jene, die ihr privates Anradeln zelebrieren - und das sind nicht wenige - eine Pause einlegen. Daniela Rödel versorgt alle am Imbissstand mit einer Stärkung und Getränken.

Sehr gut besucht war auch der Schlosspark Moritzburg Zeitz.
Foto: Angelika Andräs

Auf dem großen Gelände verteilen sich die Rastenden. Sigrid und Günter Weigel, die entlang der Weinroute unterwegs sind wie jedes Jahr, freuen sich. „Wir hatten schon Proviant dabei“, meinen sie, „aber es ist toll, dass man hier mit Abstand und unter Einhalten der Regeln, eine Wurst und Kaffee bekommt.“ Und nicht nur hier: Auch die Burgschänke Haynsburg ist für Radfahrer und Wanderer da. „Es sind doch einige gekommen“, sagt Kerstin Hoffmann, während sie Getränke verkauft, „und es passt doch hier, es ist viel Platz und es kommen ja auch nicht so viele auf einmal.“ Und noch etwas gibt sie allen mit auf den Weg: „Wir öffnen auch am Männertag, also zu Himmelfahrt.“ (mz)