Venus küsst Traminer

Venus küsst Traminer: Winzer aus Döschwitz gewinnt zum siebenten Mal Bundesweinpreis

Zeitz - Zum siebenten Mal in Folge gewinnt Winzer Marcel Schulze aus Döschwitz den Bundesweinpreis. Was das Erfolgsgeheimnis seiner Tropfen ist.

Von Yvette Meinhardt 30.11.2018, 09:30

Ein Hauch Rosenduft, dazu eine Nuance von Ananas und Pfirsich - das ist das Geheimnis des Traminers aus dem Weingut Schulze. Zum siebenten Mal in Folge gewann Marcel Schulze den Bundesehrenpreis der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG). Die Winzer von Saale und Unstrut reichen jedes Jahr ihre besten Weine ein und einmal mehr hat der Newcomer Marcel Schulze aus Döschwitz die Konkurrenz der traditionsreichen Winzervereinigung Freyburg hinter sich gelassen.

Diese gewannen zwar in Summe mehr Medaillen, aber da bei der Ehrung die Anzahl der Medaillen zur Betriebsgröße ins Verhältnis gesetzt wird, hatte Schulze mit zweimal Gold, neunmal Silber und viermal Bronze die Nase vorn. Aus diesem Grund war Zeitz auch Gastgeber für die Preisverleihung und am Donnerstag versammelte sich die regionale Weinprominenz, Majestäten, Winzer, Händler im Schloss Moritzburg.

Winzer: „Der Traminer ist schon mehrfach Preis gekrönt und mein persönlicher Favorit“

„Der Traminer ist schon mehrfach Preis gekrönt und mein persönlicher Favorit“, sagt Schulze über seinen goldenen Wein. Jene edlen Trauben wachsen auf dem Weinberg Schöne Aussicht in Bad Kösen. Doch diese Sorte ist bei Schulze bereits ausverkauft. „Wir haben in diesem Jahr so viel Trauben wie noch nie. Es war eine tolle Lese und wir beginnen gerade mit der Abfüllung“, fährt der Winzer fort. Er erwartet eine tolle Qualität. Denn Wein ist ein Kind der Sonne und Sonne gab es in diesem Sommer genug.

Ob er eine Erklärung für die Beständigkeit seiner hohen Auszeichnungen hat? „Wir lassen den Wein so lange wie möglich hängen. Wenn wir ernten, beginnen wir noch am Tag der Lese mit der Verarbeitung“, sagt Schulze. Das sei vermutlich ein Geheimnis für die hohe Qualität. Denn reifere Trauben sind reicher an Zucker und die konservierenden Säuren werden abgebaut. Deswegen wartet Schulze, bis die Trauben reif genug sind und genügend Zucker die Weinsäure in Schach hält.

2017 war ein Jahr mit Wetterkapriolen

2017 war ein Jahr mit Wetterkapriolen. Im Winter gab es Frost von Minus zwölf Grad. „Im März fing dann schon der Sommer mit 24 Grad an. Im April schlug der Frost mit Minus Grad noch einmal zu. „2017 wurden an Saale und Unstrut rund 5,5 Millionen Liter Wein hergestellt.

Mehr als 70 Weine und drei Sekte aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut wurden bei der DLG-Bundesweinprämierung in diesem Jahr ausgezeichnet. Es ist der wichtigste deutsche Weinwettbewerb. Der Bundesehrenpreis ist somit die höchste deutsche Auszeichnung vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Schulze etablierte seinen Platz unter den Top 100 Weingütern Deutschlands, zu denen er seit 2016 zählt. Schulze liegt auf Platz 70 und lässt damit die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut auf Platz 93 hinter sich. Dieser Betrieb holte zweimal Gold, 29 Mal Silber und 13 Mal Bronze. Das Landesweingut Kloster Pforta in Bad Kösen kehrte mit einer Gold- und einer Silbermedaille zurück. Der Weinhof Winter freut sich über je einmal Gold, Silber, Bronze.

2018 ist es fast eine Million Liter weniger“, sagt Siegfried Boy, Präsident des Weinbauverbandes. Dafür rechne er mit einer ausgezeichneten Qualität. Die hohen Oechslezahlen sprechen dafür.

71 Saale-Unstrut Weine und drei Sekte wurden mit Medaillen ausgezeichnet. Bundesweit wurden 4.000 Weine zur Prämierung eingereicht. „Wir haben 30 Winzer im Haupterwerb, davon haben nur sieben Betriebe mitgemacht. Das muss besser werden“, wünscht sich Boy. Der Weinhof Winter erhielt außerdem auf der Messe für pilzwiderständige Sorten eine von 13 Großen Goldmedaillen für seine „Nebraer Venus“. Auch hier hat Schulze mitgewirkt. Die edlen Tropfen gehen nicht nur in Deutschland auf Reise. „Die Weine liefere ich bis Belgien, Schweden, Norwegen, Österreich und Japan“, sagt er. (mz)