Eil

Sanierung in der Innenstadt

Sanierung in Zeitz: Vermieter investiert weiter in der Kramerstraße

Zeitz - Neue Wohnungen für Senioren gedacht. Welche Hoffnungen Einzelhändler daran knüpfen.

Von Torsten Gerbank 10.12.2018, 07:59

Bunte Auslagen und Sitzbänke vor vielen Geschäften, dazu Bistrotische und -stühle, Menschen, die bummeln und genießen. Und das selbst bei Wind und Wetter. Weil die Kramerstraße in Zeitz transparent überdacht ist. Wenn Jörg Stolper, Chef der Zeitzer Wohnungsbaugesellschaft (WBG), eine Vision für die schmale Straße zwischen Roß- und Neumarkt hat, dann sieht sie so aus. Denn mit Vorstellungen, wie sie einst der Zeitzer Stadtrat Norbert Hörig in den Mund nahm, kann er sich anfreunden.

Wohl wissend, dass es nur Gedankenspiele sind. Von einer Überdachung ist die Kramerstraße so weit entfernt wie der Menschfuß vom Mars, zu viele Häuser und Geschäftsräume stehen leer, zu viele Menschen machen einen Bogen um sie oder durchqueren sie mit gesenktem Kopf.

Bringt Haussanierung Aufwind in der Kramerstraße ?

Dennoch gibt es Mutige wie Anja Rudorf, die ihr unternehmerisches Glück neu in der Straße mit einem Schuhladen versucht oder sich seit Jahren behaupten wie Fleischerei oder Uhrmacher oder das Fachgeschäft für Haushaltswaren, dessen Geschäfte Silvana Peters führt.

Nicht nur sie schöpfen weitere Hoffnung, dass der Kramerstraße wieder bessere Zeiten bevorstehen. Dazu trägt die Ankündigung der WBG bei, dass Haus Kramerstraße 19/21 zu sanieren. Das Haus, groß und markant, einst Herrenkaufhaus und zuletzt Filiale eines holländischen Handelsunternehmens, wird für weit mehr als eine halbe Million Euro saniert und umgebaut.

In der Kramerstraße sollen Seniorenwohnungen entstehen

Künftig wird es neun Zweiraumwohnungen beherbergen, die laut Stolper im Jahr 2020 bezogen werden können. Die Wohnungen haben dann Balkone, das Haus besitzt einen Fahrstuhl. Laut Stolper sind die Wohnungen vor allem für ältere und oder behinderte Menschen geeignet. Im Erdgeschoss soll es Platz für Betreuung und Begegnung geben.

Die Stiftung Seniorenhilfe ist daran interessiert, sich einzubringen. Überlegungen gehen laut Geschäftsführer Andreas Fuchs dahin, im Rahmen eines speziellen Projekts ein Café zu eröffnen mit dessen Hilfe Schwerbehinderte eine Beschäftigung bekommen. Das Integrationsprojekt, so Fuchs, würde dann einerseits den Mietern des Hauses zugute kommen, andererseits jedermann, der sich mal eine Auszeit gönnen möchte. Das dass Projekt in Gänze die Kramerstraße belebt, daran glauben nicht nur Silvana Peters und Anja Rudorf fest. (mz)