„Recht gut ausgelastet“

„Recht gut ausgelastet“: So sieht die Arbeit in der Zeitzer Fieberambulanz aus

Zeitz - Noch ist es ruhig im Zeitzer Brühlcenter. Erst ab 9 Uhr erwarten die drei Mitarbeiter in der Fieberambulanz die ersten Patienten, die sie auf das Coronavirus testen müssen. Im Burgenlandkreis haben in der vergangenen Woche vier Fieberambulanzen ihre Arbeit aufgenommen, um Leute auf das Coronavirus zu testen. Dadurch und mit dem Testmobil der Malteser sei das Kreisgebiet abgedeckt, so Landrat Götz Ulrich (CDU). Eine Ambulanz befindet sich in Zeitz in der ...

Von Angelika Andräs

Noch ist es ruhig im Zeitzer Brühlcenter. Erst ab 9 Uhr erwarten die drei Mitarbeiter in der Fieberambulanz die ersten Patienten, die sie auf das Coronavirus testen müssen. Im Burgenlandkreis haben in der vergangenen Woche vier Fieberambulanzen ihre Arbeit aufgenommen, um Leute auf das Coronavirus zu testen. Dadurch und mit dem Testmobil der Malteser sei das Kreisgebiet abgedeckt, so Landrat Götz Ulrich (CDU). Eine Ambulanz befindet sich in Zeitz in der Domherrenstraße.

Im Desinfektionsbereich werden Patienten in Empfang genommen

Die Szene könnte aus einem Film stammen: Zwei Frauen und ein Mann im weißen Schutzanzug mit den tatsächlich Schutz bietenden FFP-2- und FFP-3-Masken und Schutzbrille, Handschuhe an den Händen. Vor dem eigentlichen Eingang stehen auf einem Tisch Desinfektionsmittel und Mundschutz bereit.

„Hier im Desinfektionsbereich nehmen wir die Patienten in Empfang“, sagt die Leiterin der Zeitzer Fieberambulanz, die ihren Namen nicht nennen möchte und sich als medizinische Fachangestellte des Medizinischen Versorgungszentrums Zeitz vorstellt.

Nachdem der Abstrich erfolgt ist, werden die Teststäbchen steril verpackt und gehen ins Labor

Danach geht es weiter zum Arzt, der neben einer weiteren Mitarbeiterin der Dritte in der Runde ist. Er checkt die Symptome, die Gesundheitskarte wird am Computer gescannt. Jeder unnötige Kontakt wird trotz des Vollschutzes vermieden. Der eigentliche Test ist dann Sekundensache. Alles in allem benötige man fünf bis zehn Minuten für ein Verfahren. Kernstück ist der eigentliche Test. Die medizinische Fachangestellte greift zu einer Packung mit Teststäbchen.

Die Stäbchen werden für den Abstrich, der tief im Rachen durchgeführt werden muss, genutzt. Nachdem der Abstrich erfolgt ist, werden die Teststäbchen steril verpackt und jeweils am Nachmittag abgeholt und direkt ins Labor gefahren, wo sie analysiert werden. Die Ergebnisse bringt der Fahrer am nächsten Tag mit, wenn er die aktuell angefallenen Teststäbchen abholt.

Räume im ansonsten geschlossenen Brühlcenter sind ideal

„Die Ergebnisse gehen automatisch an das Gesundheitsamt des Burgenlandkreises“, sagt die medizinische Fachangestellte, „dort wird alles Weitere in die Wege geleitet. Wir sind hier ausschließlich dafür da, die Tests durchzuführen.“ Die Räume im ansonsten geschlossenen Brühlcenter sind ideal. Ausreichend groß mit einem direkten Zugang von der Domherrenstraße aus.

Es besteht die Möglichkeit, den nötigen Abstand zu halten, alles lässt sich gut desinfizieren. Um zu vermeiden, dass hier Leute Schlange stehen oder überhaupt Personen, die zum Test kommen, aufeinandertreffen, werden die Anmeldungen telefonisch entgegengenommen. „Wir bestellen alle mit zehn, 15 Minuten Abstand“, sagt die medizinische Fachangestellte, und ohne genaue Zahlen zu nennen, fügt sie an: „Wir sind doch recht gut ausgelastet.“

Nur bei Corona-Verdachtsperson werden Abstriche gemacht

Es werden in der Regel nur bei Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht und die deshalb eine Überweisung von ihrem Hausarzt bekommen oder über das Gesundheitsamt vermittelt werden, Abstriche vorgenommen. Allerdings, erzählt die medizinische Fachangestellte, komme es auch vor, dass Leute direkt nach einem Test fragen.

Wie zum Beispiel ein Fernfahrer, der einfach die Sicherheit haben wollte, dass er gesund ist, wenn er unterwegs angehalten wird. Der Kontakt von Personen mit Verdacht einer Coronavirus-Infektion soll allerdings immer telefonisch über den Hausarzt oder das Gesundheitsamt erfolgen. Das diene der Sicherheit aller, wie sie nochmals betont.

Schutz und Hygiene das A und O bei Corona-Vorsorge

Angst, sich anzustecken, hat keiner der drei Mitarbeiter der Fieberambulanz. Sie vertrauen auf den Vollschutz und die einfachen Hygienemaßnahmen, die in dieser Zeit besonders genau eingehalten werden sollten: „Richtiges Händewaschen, Abstand halten“, zählt die medizinische Fachangestellte auf, „desinfizieren.“ Wobei man auch nicht ständig alles putzen müsse.

Außerdem hält sie das Tragen einer Maske oder eines Mundschutzes für eine gute Variante und sieht darin auch für die Zukunft eine Chance, sich und andere zu schützen - wenn alle eine Maske tragen. In einem ist sie sich sicher: „Das Coronavirus wird uns noch lange begleiten.“ Und so sieht sie auch ihre Arbeit in der Fieberambulanz nicht als kurzes Gastspiel. „Wir arbeiten im medizinischen Bereich, das ist unsere Aufgabe.“ (mz)