Verfahren eingestellt

Prozess nach angeblicher Messerattacke in Zeitz: Zeitzer kann Messerangriff nicht nachgewiesen werden

Zeitz - Das Verfahren vor dem Amtsgericht gegen einen 32-jährigen Zeitzer wegen einer angeblichen Messerattacke ist eingestellt worden. Letztendlich konnte es dem gebürtigen Syrer nicht nachgewiesen werden, dass er im August des vergangenen Jahres auf einen 23-jähriger aus Somalia mit einer Waffe losgegangen ...

Von Matthias Voss 11.02.2019, 10:01

Das Verfahren vor dem Amtsgericht gegen einen 32-jährigen Zeitzer wegen einer angeblichen Messerattacke ist eingestellt worden. Letztendlich konnte es dem gebürtigen Syrer nicht nachgewiesen werden, dass er im August des vergangenen Jahres auf einen 23-jähriger aus Somalia mit einer Waffe losgegangen ist.

Zum einen gab es zu viele widersprüchliche Aussagen des Angeklagten und von Zeugen. Zum anderen war auf einem von der Polizei erstellten Foto lediglich eine leichte Rötung, aber schon gar kein Riss oder Schnitt auf der Haut des vermeintlichen Opfers zu erkennen.

Im Streit soll es um die Tochter des Syrers gegangen sein

Der Angeklagte gab zu Beginn zwar zu, dass es einen Streit in der Geußnitzer Straße zwischen ihm und dem Geschädigten gab, „aber ein Messer war nie im Spiel. Ich habe ihm gesagt, dass er die Finger von meiner zwölfjährigen Tochter lassen soll. Daraufhin kam es zu einer Rangelei, bei der ich ihn geschubst und er mich mit der Faust auf die Brust geschlagen hat“, so der 32-jährige.

Der 23-jährige aus Somalia hatte dagegen eine etwas andere Version der Geschichte: „Seine Tochter ist öfter zu Besuch bei meiner Frau, weil sie sich offenbar nicht so gut mit ihrer Mutter versteht. Ich habe auch schon mal gedroht, deswegen zum Jugendamt zu gehen. Auf der Straße hat er mir dann aufgelauert und ein Messer gezeigt, welches er dann aber schnell wieder weggesteckt hat.“

Zeuge sah den Streit, aber kein Messer

Ein Hausbewohner hatte zumindest Teile der Auseinandersetzung mitverfolgt und sagte ebenfalls als Zeuge vor Gericht aus. „Ich kenne die beiden, gerade der Angeklagte kann manchmal sehr aufbrausend sein. Ich habe aber nur mitbekommen, wie sie sich auf der Straße angebrüllt und gegenseitig geschubst haben. Es soll wohl um eine Frau gegangen sein. Ich bin dann dazwischen und habe den Streit geschlichtet. Von einem Messer oder Verletzungen habe ich nichts gesehen“, so der 51-jährige Zeuge. Diese Aussagen reichten dem Richter, um die ganze Angelegenheit mit einer Einstellung des Verfahrens abzukürzen. (mz)