Neue Räume gesucht

Neue Räume gesucht: Dieser Wahl-Zeitzer ist Autor und Bäcker zugleich

Zeitz - Wort und Klang - so nennt sich die Veranstaltungsreihe, die Michael Schweßinger und seine Mitstreiter seit anderthalb Jahren in Zeitz anbieten. Der Name ist Programm: Einmal im Monat tritt ein Liedermacher oder eine Band auf, kombiniert mit einer Autorenlesung. Zuletzt las Schriftsteller Schweßinger Anfang Dezember selbst aus seinem Werk, zusammen mit den Autoren M. Kruppe und Ulf Torreck, die die Reihe über einen Verein gemeinsam ...

Von Isabell Bergner

Wort und Klang - so nennt sich die Veranstaltungsreihe, die Michael Schweßinger und seine Mitstreiter seit anderthalb Jahren in Zeitz anbieten. Der Name ist Programm: Einmal im Monat tritt ein Liedermacher oder eine Band auf, kombiniert mit einer Autorenlesung. Zuletzt las Schriftsteller Schweßinger Anfang Dezember selbst aus seinem Werk, zusammen mit den Autoren M. Kruppe und Ulf Torreck, die die Reihe über einen Verein gemeinsam veranstalten.

In seinen Büchern verarbeite der studierte Ethnologe vor allem, was er auf seinen Reisen erlebt und beobachtet, erzählt Schweßinger. Dabei ist er nicht als Tourist unterwegs, sondern in europäischen Backstuben. „Ich bin gelernter Bäcker und baue im Ausland deutsche Bäckereien auf“, erklärt der 42-Jährige. „Deutsches Brot hat dort einen größeren Stellenwert, als in Deutschland selbst“, meint der Wahlzeitzer.

Manchmal unterstützt er Auswanderer in Spanien oder Italien

Manchmal unterstützt er dabei Auswanderer in Spanien oder Italien, die sich dort eine Perspektive schaffen und deshalb eine Bäckerei eröffnen möchten. Schweßinger begleitet sie etwa ein Jahr lang und hilft mit seiner Expertise. Sein letztes Projekt befindet sich in Bukarest. In Ländern wie Spanien, Italien oder eben Rumänien sei die Wertschätzung für gute Lebensmittel generell hoch, berichtet Schweßinger von seinen Erfahrungen.

Seit Herbst ist Zeitz seine Heimatstation in Deutschland. Mit seiner Partnerin und seinem kleinen Sohn ist er hergezogen. Die Stadt kannte Schweßinger bereits, da er „Wort und Klang“ seit dem Beginn vor anderthalb Jahren mitveranstaltet. „Zeitz hat mir städtebaulich gleich gefallen, dass es so hügelig ist und kleine verschrobene Gassen hat“, sagt er.

Zuvor lebte der Autor in Leipzig

Zuvor lebte der Autor in Leipzig, wo er auch in der Literaturszene aktiv war. Über Kontakte fand er schließlich nach Zeitz. „Die Stadt hatte mich an Leipzig um die Jahrtausendwende erinnert“, sagt der Autor. Damals hatte die Großstadt viel Freiraum zu bieten, nun ist vieles saniert, sagt Schweßinger.

Raum zum Entdecken und Platz für seine kleine Familie habe er nun in Zeitz gefunden. Schwieriger als gedacht habe sich allerdings die Suche nach einem Kita-Platz für seinen Sohn gestaltet, erzählt Schwesinger. „Die Infrastruktur ist noch nicht ganz auf junge Familien ausgerichtet“, meint er. Er schätze es aber, dass er die mittlerweile gefundene Kita zu Fuß erreichen kann.

„Wir haben hier sehr positive Erfahrungen gemacht“

„Wir haben hier sehr positive Erfahrungen gemacht“, sagt Michael Schweßinger in Hinblick auf die Kulturreihe. Etwa 40 Besucher kommen jeweils zu den Veranstaltungen, die jedes Mal Musik und Literatur verschiedener Genres bieten. Damit ist Schweßinger recht zu zufrieden, in Leipzig sei es auch nicht so einfach, so viele Leute zusammen zu bekommen. Auch die Finanzierung auf Spendenbasis funktioniere gut. Für eine kleinformatige Kulturveranstaltung nicht selbstverständlich, findet der Autor.

Bislang fand die Reihe im Kunsthaus in der Rahnestraße statt. Doch seit Ende Dezember können dort vorübergehend keine Veranstaltungen stattfinden. Schweßinger und seine Mitstreiter suchen deshalb nach einem Ausweichquartier. „Wir möchten auf jeden Fall weitermachen und sind ziemlich offen für alle Möglichkeiten“, sagt er.

››Kontakt unter www.facebook.com/WortundKlang  (mz)