Nach Hochwasser 2013 in Zeitz

Nach Hochwasser 2013 in Zeitz: Alles neu rund um den Hort

Zeitz - Mit Fluthilfemitteln konnte die Außenanlage der Kindereinrichtung an der Weißen Elster saniert werden. Was alles gemacht worden ist.

Von Angelika Andräs 21.11.2019, 06:00

Die Kindertagesstätte Bummi in der Freiligrathstraße wurde nicht nur in Hort an der Weißen Elster umbenannt. Auch die Baumaßnahme im Außenbereich ist abgeschlossen. Das Gelände der Kindereinrichtung war beim Hochwasser der Weißen Elster vor sechs Jahren komplett überflutet worden. Am 3. Juni 2013 erreichte die Flut mit 6,52 Meter ihren Höchststand. Die Schäden in der Freiligrathstraße, unmittelbar an Mühlgraben und Weißer Elster  verlaufend, waren da kaum noch zu übertreffen.

Nicht nur Privatgrundstücke, Haus der Jugend, Tierheim und Bädereinrichtungen waren überflutet, auch die damalige Kindertagesstätte Bummi konnte nicht mehr genutzt werden. Die Stadtverwaltung meldete das Gelände als Hochwasserschaden beim Landesverwaltungsamt an.

Abgerufen wurden über 25 Millionen Euro an Fluthilfemitteln

Die Fluthilfemittel haben es in großen Teilen der Stadt möglich gemacht, umfangreich zu sanieren. Zehn Prozent der insgesamt in Sachsen-Anhalt ausgezahlten Fördermittel sind nach Stand 2018, die letzten der MZ aktualisiert vorliegenden Zahlen, sind nach Zeitz gegangen: Bewilligt waren im vergangenen Jahr rund 40 Millionen Euro für 135 Projekte. Abgerufen wurden über 25 Millionen Euro.

Eines der Projekte war der Außenbereich der Kindereinrichtung. Die Fördersumme wird hier letztendlich bei rund 500.000 Euro liegen. Im Vorfeld der konkreten Antragstellung wurde zunächst überprüft, ob die Einrichtung weiterbetrieben werden soll. Nach Vorlage der Bedarfsplanung zur Kinderbetreuung im Burgenlandkreis wurde die Kita Bummi weiterhin als notwendig im Bestand eingestuft. Darauf aufbauend sei auch das detaillierte Schadensgutachten beauftragt worden, erläutert Pressesprecherin Sophie Schlehahn, das im März 2016 vorlag.

Arbeiten mussten mit dem laufenden Betrieb abgestimmt und entsprechend koordiniert werden

„Für die Planung und Baubetreuung wurde das Büro Dr. Vogler & Partner Ingenieurgesellschaft, Halle/Saale beauftragt“, so Schlehahn, „mit der Durchführung der Baumaßnahme die Baufirma O. Kittel, Zorbau.“ Im Rahmen der Ausführungsplanung und Beginn der Baumaßnahme sei der Antrag auf Gewährung von Zuwendungen zur Beseitigung der Hochwasserschäden mehrmals überarbeitet und vom Landesverwaltungsamt Halle am 24. September 2019 abschließend positiv beschieden worden, erläutert die Pressesprecherin.

„Da die Einrichtung in der Zeit der Bauarbeiten nicht geschlossen werden konnte, mussten alle Arbeiten mit dem laufenden Betrieb abgestimmt und entsprechend koordiniert werden.“

Baumaßnahme begann mit den Rodungsarbeiten bereits im Dezember 2018

Ein ganz großes Dankeschön soll deshalb seitens der Stadt an die bauausführende Firma, das Planungsbüro und die Leiterin Angela Knoll sowie den Hausmeister der Einrichtung gehen. Sie ermöglichten schließlich, dass dies ohne Komplikationen geklappt hat. Gearbeitet wurde mit Unterbrechungen fast ein Jahr lang.

Die Baumaßnahme begann mit den Rodungsarbeiten bereits im Dezember 2018 und wurde nach einer witterungsbedingten Winterpause und nach den Pflanzarbeiten im November 2019 beendet.

Zahlreiche einzelne Maßnahmen wurden umgesetzt

*Pflegemaßnahmen erhaltenswerter Gehölze und Ersatz der Totalausfälle und nicht mehr verkehrssicherer Gehölze - fünf Bäume und 132 Sträucher

*Wiederherstellung des Spiel- und Sportrasens über circa 600 Quadratmeter, wegen des laufenden Hortbetriebes auf einigen Teilflächen mit Rollrasen

*Vegetationsflächen, circa 2.500 Quadratmeter, aufbereiten (Bodenaustausch und Ergänzung des abgeschwemmten Mutterbodens)

*Wiederherstellung der Pflanzflächen mit 200 Quadratmetern Zwiebelmischung und 250 Quadratmetern Stauden

*Wiederherstellung der durch das Hochwasser geschädigten Wege und Stellflächen (circa 500 Quadratmeter)

*Wiederherstellung des Zaunes und des Ballfangzaunes (circa 250 laufende Meter)

*Wiederherstellung der Ballspielfläche mit Erneuerung der Tore

*Wiederherstellung der technisch zerstörten Niederschlags- und Schmutzwasserleitungen mit den dazugehörigen Schächten

*Wiederherstellung der Außenbeleuchtung unter Verwendung energiesparender Leuchtmittel mit Dämmerungsschaltern

*Wiederherstellung des beschädigten Geräteschuppens

*Wiederherstellung der zerstörten Spielgeräte mit ca. 300 Quadratmetern Fallschutz

*Wiederherstellung der nicht mehr verkehrssicheren Außentreppe

(mz)