Mit erlegtem Kudu posiert

Mit erlegtem Kudu posiert: So reagieren MZ-Leser auf die Jagdtrophäe des Zeitzer OB

Zeitz - Christian Thieme verteidigt ein altes Jagdfoto, auf dem er neben einer erlegten Antilope posiert.. MZ-Leser sind sich uneins.

Von Janine Gürtler 08.08.2017, 15:01

Pietät- oder harmlos? Das ist die Frage, die sich viele Leser nach der MZ-Berichterstattung über ein Jagdfoto des Zeitzer Oberbürgermeisters Christian Thieme stellen. Auf dem Bild zu sehen: Thieme, wie er hinter einem Kudu posiert, das er in Namibia erlegt hat.

Das Foto mit der toten Antilopenart ist 2012 entstanden, zu einer Zeit, in der er noch kein Oberbürgermeister und damit noch keine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens war. Nun ist es auf einer geschlossenen Facebookgruppe in Zeitz wieder aufgetaucht - und wird seitdem im Netz kontrovers diskutiert.

Jagdfoto von Zeitzer OB Christian Thieme spaltet die Meinungen der MZ-Leser

„Pfui, einfach nur zum Spaß ein Tier zu erschießen. Er sollte sich was schämen“, hieß es da zum Beispiel. Oder: „Geht gar nicht.“ Aber viele Leser setzen auch zur Verteidigung Thiemes an: Ich denke es ist alles dazu gesagt, und Christian Thieme geht sehr professionell damit um."

Der Zeitzer OB hatte im MZ-Artikel erklärt, dass er den Kudu-Bullen auf der Farm eines Onkels in Namibia geschossen hatte. „Auf der Farm wird mindestens einmal die Woche ein Tier dieser Größe, meistens ein Oryx, zur Fleischbeschaffung geschossen“, so Thieme.

Ein Foto mit dem erlegten Tier zu schießen, gehöre in Namibia zum jagdlichem Brauchtum. Es gehe darum, „dem erlegten Tier die letzte Ehre zu erweisen“.

Heuchlerische Debatte um Foto von elegtem Kudu?

Ein anderer Nutzer kritisiert wiederum einige Kommentatoren, die Bedauern über den Tod des Tieres und Kritik am Jäger Thieme üben. Etwas heuchlerisch ist die Diskussion dennoch, denn fast jeder will Fleisch und Wurst auf dem Teller, aber keiner will wissen wo es herkommt. Wenn ein Tier professionell bei der Jagd geschossen wird, in der Natur, ist das besser, als es vorher stundenlang, eingepfercht in nem LKW dem Tod entgegen zu schippern.

In einer Umfrage der MZ halten sich die Meinungen zur früheren Trophäenjagd von Thieme durchaus die Waage: Bis zum Dienstanachmittag (Stand 15 Uhr) hielten 49 Prozent das Foto für völlig in ordnung. 44 Prozent sagten hingegen: „Völlig pietätlos. Mit toten Tieren posiert man einfach nicht.“ Die restlichen Nutzer ordneten sich im Mittelfeld ein. (mz)