Mit den Zorbauern geht's gut zu Fuß

Zorbau/MZ. - Als Dispatcher ist Ralf-Steffen Grabner hier der wichtigste Mann für die ein- und ausgehenden Lieferungen. Ihren Ehemann Gerhard nennt Frau Clauß scherzhaft den Außenminister. Ihm untersteht der Vertrieb. Er müht sich draußen, die etwa 30 in ungezählten Variationen produzierten Grundmodelle von Schuhen zu verkaufen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Das macht ihm im Augenblick sogar besonderen Spaß, denn Sportler sollen noch stärker bedacht werden. Und sein großes Hobby ist ...

Von Heike Riedel

Als Dispatcher ist Ralf-Steffen Grabner hier der wichtigste Mann für die ein- und ausgehenden Lieferungen. Ihren Ehemann Gerhard nennt Frau Clauß scherzhaft den Außenminister. Ihm untersteht der Vertrieb. Er müht sich draußen, die etwa 30 in ungezählten Variationen produzierten Grundmodelle von Schuhen zu verkaufen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Das macht ihm im Augenblick sogar besonderen Spaß, denn Sportler sollen noch stärker bedacht werden. Und sein großes Hobby ist Fußball.

Von Kopf bis Fuß hat das Zorbauer Unternehmen den arbeitenden Menschen im Blick und will ihm praktische und den Arbeitsschutzbestimmungen entsprechende Kleidung und Zubehör wie zum Beispiel Augen- und Gehörschutz anbieten.

"Wir hatten großes Glück, ein Auftrag der Bundeswehr über mehr als 200 000 Paar Sportschuhe hat uns wieder auf die Beine gebracht", blickt die Chefin zurück. Einer der letzten Weißenfelser Schuhhersteller, dem die Firma, bis 1994 Schuhschäfte zulieferte, hätte WSSC durch Zahlungsausfälle von mehr als 100 000 DM beinahe vernichtet. Rechnungen wurden nicht bezahlt, aber Ausgaben für das Material standen zu Buche. Dabei hatte sich der Schuhservice gerade auf eigene Beine gestellt, das heißt von seinen Zulieferern aus Polen und Rumänien unabhängig gemacht. Mit denen verband ihn zwar eine lange Zusammenarbeit, doch gab es auch immer wieder Schwierigkeiten mit der Einhaltung von Lieferterminen, weil die Aufträge aus Weißenfels dort nur kleine Lückenfüller waren. Also wurde eine eigene Tochter in Rumänien geboren.

Seit 1994 produziert Weidor in Dorohoi für die Weißenfelser Mutter - erst Schäfte und seit 2000 sogar komplette Schuhe. 100 Frauen und Männer sind jetzt dort beschäftigt. 2500 Paar Schäfte stellen sie wöchentlich her, die nach der Kontrolle in Weißenfels an den seit der Wende treuen Geschäftspartner "Leopard", die Firma Klaus Ludwig in Selbnitz bei Hof, gehen. Auch 500 Paar Arbeits-, Berufs- und Sportschuhe, die sie komplett montiert haben, kommen mit jeder Lieferung mit und werden von WSSC in ganz Deutschland vertrieben.

Weil die Zeit so schnelllebig ist, kann sich die Geschäftsführerin gar nicht mehr an alle Firmendaten erinnern. Doch dann fragt sie einfach mal Monika Heinrich, denn diese Frau ist wie Ralf-Steffen Grabner seit 1993 im Unternehmen, als es noch in der Markwerbener Straße in Weißenfels wirkte, und hat die Hochs und Tiefs miterlebt. Wohl auch weil es seit 1997 wieder kontinuierlich aufwärts geht, erinnert sie sich gut an das Jahr des Umzugs aus der Beuditzstraße in der Kreisstadt in das moderne Gebäude in der Leipziger Straße in Zorbau.

"Ohne solche Mitarbeiter gäbe es uns wohl gar nicht mehr." Mit diesen Worten bedankt sich Erdmute Clauß bei ihr nicht nur für die kleine Nachhilfe in Sachen Jahreszahlen, sondern vor allem auch dafür, dass sie selbst in den wirtschaftlichen schwierigen Zeiten, wo es nicht immer pünktlich Geld gab, nie allein gelassen wurde. Auch ehemaligen Mitstreitern verdankt sie die Einsicht: "Wenn alle an einem Strang ziehen, klappt's."