Maschinist sammelt Kohlen im Keller

Kayna/MZ. - Sie haben zum Teil seltene Namen, die Schmuckbriketts, die Dieter Weise aus Kayna sammelt: 1. Weltraumflug der Menschheit 1961, 100 Jahre Lenin, 4. Pioniertreffen Erfurt 1961 oder Leipziger Messe. 860 solcher Schmuckbriketts in unterschiedlicher Größe kann der 47-Jährige mittlerweile sein Eigen nennen. Selbst von den größeren Schiffsbriketts, die einst in der Dampfschifffahrt eingesetzt wurden, hat er im Keller mit ...

Von Klaus-Dieter Kunick 22.02.2007, 17:24

Sie haben zum Teil seltene Namen, die Schmuckbriketts, die Dieter Weise aus Kayna sammelt: 1. Weltraumflug der Menschheit 1961, 100 Jahre Lenin, 4. Pioniertreffen Erfurt 1961 oder Leipziger Messe. 860 solcher Schmuckbriketts in unterschiedlicher Größe kann der 47-Jährige mittlerweile sein Eigen nennen. Selbst von den größeren Schiffsbriketts, die einst in der Dampfschifffahrt eingesetzt wurden, hat er im Keller mit untergebracht.

Eines der letzten Briketts, das er erhalten habe, sei das vom Karneval von Oberaußem nahe Köln gewesen. Aber auch bemalte Exemplare aus Tschechien und sogar aus Australien kann Weise vorhalten. Ein Teil der Garage, in dem früher die Kohlen untergebracht waren, dient Weise seit 1993 als Ausstellungsraum. In der Zeit packte ihn die Leidenschaft, sich mit den gepressten Briketts zu befassen.

Dass sich Weise überhaupt mit diesem Hobby abgibt, liegt auf der Hand: Er erlernte 1974 den Beruf als Maschinist für Brikettierung. "Das ist doch kein Wunder, unser Wohnhaus in Mumsdorf stand unmittelbar neben der Brikettfabrik", erzählt Weise. Schon sein Urgroßvater Karl, sein Großvater Johann und sein Vater Heinz verdienten in dem Werk ihre Brötchen. "Da fällt doch der Apfel nicht weit vom Birnenbaum", ulkt Weise herum, der derzeit als Maschinist im Tagebau Profen arbeitet. So habe es gar nicht ausbleiben können, dass er ebenfalls in diese Fußstapfen tritt.

Zu DDR-Zeit war das Sammeln für ihn noch kein Thema: Doch als er nach der Wende die ersten Schmuckbriketts in Händen hielt, war der Bann gebrochen, gab es für Weise kein Halten mehr. Alsbald hatte er zu rund 15 Sammlern aus der Lausitz, Köln und aus vielen anderen Gegenden Kontakt. Aber auch auf Trödelmärkten wird der Kaynaer mitunter fündig. Um die Übersicht zu behalten, will der Hobbysammler all seine Schmuckstücke im Computer erfassen und katalogisieren.

Doch nicht nur Schmuckbriketts tun es Weise an. Alles was mit Kohle zu tun hat, findet Eingang in den Ausstellungsraum. Von der Gipsfigur der Heiligen Barbara angefangen über Grubenlaternen bis hin zum Bergmann-Nussknacker und dem Bierkrug mit den entsprechenden Motiven - (fast) alles kann Weise vorhalten. Selbst ein zentnerschwerer Zierdeckel von einer Dampfmaschine fehlt in dem Areal nicht und auch ein Gemälde einer Kohlefabrik zählt er zu seinen "Schätzen". Und auch von seiner zweiten Leidenschaft ist Dieter Weise seit Jahren angetan: Bei den Schützen mischt der Kaynaer ebenfalls mit Lust und Liebe mit.