Kornblume, Kamille, Natternkopf

Kornblume, Kamille, Natternkopf: Blühwiese am Klinikum ist ein Paradies für Insekten

Zeitz - 35 Meter breit, mehrere hundert Meter lang: Entlang der westlichen Grenze des Zeitzer SRH-Klinikums schlängelt sich seit diesem Jahr eine ganz besondere Wiese. Auf ihr gedeihen mindestens 34 verschiedene Kräuter, darunter Mohn- und Kornblumen, Kamille und Natternkopf. Die Mischung ist eine Augenweide - und ein Paradies für Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und natürlich für ...

Von Torsten Gerbank 27.06.2020, 12:30

35 Meter breit, mehrere hundert Meter lang: Entlang der westlichen Grenze des Zeitzer SRH-Klinikums schlängelt sich seit diesem Jahr eine ganz besondere Wiese. Auf ihr gedeihen mindestens 34 verschiedene Kräuter, darunter Mohn- und Kornblumen, Kamille und Natternkopf. Die Mischung ist eine Augenweide - und ein Paradies für Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und natürlich für Feldvögel.

Wildblumenwiese wurde September vergangenen Jahres angelegt

Dass diese sogenannte Blühwiese mit ihren Wildkräutern im September vergangenen Jahres ausgesät werden konnte und nun erstmals ihre Pracht zeigt, ist dem Zusammenspiel verschiedener Partner zu verdanken. Das sind der Landschaftspflegeverein Mittleres Elstertal, der Agrarbetrieb Droßdorf, die Stadt Zeitz und die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag).

Ihr Zusammenwirken ermöglicht auf einer Gesamtfläche, die mit etwa zwei Hektar beinahe doppelt so groß ist wie die Grundfläche der Bahnsteighalle des Hauptbahnhofs in Hamburg, ein langjähriges Projekt. Denn immerhin, so Rainer Helms, Vorsitzender des Landschaftspflegevereins, soll es die Blühwiese nun mindestens 20 Jahre lang geben. Und das sei ein Zeitraum, der nicht gewöhnlich sei für derartige Projekte.

Agrarbetrieb Droßdorf hat das insgesamt acht Hektar große Areal gepachtet

Dessen Ziel ist natürlich, der Natur-, konkret der Artenschutz. Projektförderung kam so für die eine Hälfte der Projektfläche über das Artenschutzsofortprogramm des Landes. Die andere Hälfte gilt als Artenschutzmaßnahme der Mibrag. Sie ist eine sogenannte Ausgleichsfläche, resultierend aus dem Vorfeld Domsen des Tagebaus Profen. Eigentümerin der Projektfläche und des angrenzenden Feldes ist die Stadt Zeitz.

Der Agrarbetrieb Droßdorf hat das insgesamt acht Hektar große Areal gepachtet. Auf 75 Prozent der Fläche baut er nun Weidelgras an. Der Rest steht eben dem Naturschutz zur Verfügung. Julius Müller, Geschäftsführer des Agrarbetriebes Droßdorf, sieht in dem Projekt auch etwas Imagepflege für die Landwirtschaft an sich. Zweimal im Jahr, konkret Anfang bis Mitte Juli und im September, soll die Blühwiese gemäht werden. Das dabei anfallende Material sei dann sehr gutes Tierfutter - zum Beispiel für Schafe.

Blühwiese soll nicht nur dem Artenschutz, sondern auch den Patienten am Klinikum helfen

Doch nicht nur die Natur, sondern auch Patienten des Klinikums oder deren Angehörige profitieren von der Blühwiese. Denn bei einem Rundgang auf dem Klinikgelände ist sie durch einen Drahtzaun zu sehen. Er hoffe, dass die Blühwiese auch den Patienten hilft, sagt Helms. Schließlich gelinge die Genesung umso besser, je besser das Umfeld sei. Auf Klinikseite kümmert er sich um die Pflege der Fläche direkt am Zaun das Klinikum.

Für die andere Seite werden vom Landschaftspflegeverein durchaus noch helfende Hände gesucht. Denn die Mähtechnik des Landwirts kann nicht direkt am Zaun arbeiten. Deshalb, so Helms, müsse ein schmaler Streifen auf andere Art gepflegt werden. Und überhaupt sei der Verein für Unterstützung dankbar. Neue Mitglieder seien willkommen.

››Informationen über den Landschaftspflegeverein: www.lpvzeitz.de, Kontakt: lpvzeitz@web.de (mz)