Kommentar zum Jagdbild von OB Thieme

Kommentar zum Jagdfoto vom Zeitzer OB Christian Thieme: Pietätlos

Zeitz - Ein Foto Thiemes mit erlegtem Kudu löst auf Facebook eine heftige Debatte aus.

Von Torsten Gerbank 07.08.2017, 16:07

Das Jagen ist so alt wie die Menschheit. Und jagen muss sein, um regulierend in die Natur einzugreifen, zum Schutz von Menschen oder Tieren. Und in vielen Regionen der Welt muss gejagt werden, um ein Stück Fleisch zum Essen zu haben. Jagen an sich ist nicht verwerflich, so lange Gesetze eingehalten werden. Die Jagd muss es genauso geben wie Schlachter und Fleischer. Wenn Wurst und Fleisch gegessen werden sollen, müssen Tiere sterben.

Jägern ist auch nicht verboten, sich mit einem erlegten Tier fotografieren zu lassen und das öffentlich zu zeigen. Pietätlos ist es trotzdem. Man muss seinen Triumph nicht auf diese Art und Weise zeigen. Oder gar Macht und Überlegenheit demonstrieren. Man muss diesen Tod nicht öffentlich zur Schau stellen.

Christian Thieme hat einst mit einem erlegten Tier posiert - als Privatmann. Zu einer Zeit, in der er noch kein Oberbürgermeister und damit noch keine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens war. Das war damals nicht gut. Täte er es heute, wäre es ein Fehler. Dessen ist er sich bewusst. Nicht umsonst hat er in seiner Präsentation im Internet die umstrittene Veröffentlichung gelöscht.

Kontakt zum Autor: torsten.gerbank@dumont.de