Hochwasser im Tierheim Zeitz

Hochwasser im Tierheim Zeitz: „Land unter“ soll sich nicht wiederholen

Zeitz - In einem Monat zieht das Zeitzer Tierheim in den Neubau. Fördermittel aus der Fluthilfe am alten Standort zu investieren, wäre verbranntes Geld gewesen.

Von Angelika Andräs 04.06.2018, 06:39

„Wir saufen ab!“ Dieser Satz war das Signal für viele ehrenamtliche Helfer, sich auf den Weg ins Zeitzer Tierheim zu machen. Das befindet sich unmittelbar am Ufer der Weißen Elster und das wurde der Einrichtung an jenem ersten Juniwochenende 2013 auch zum Verhängnis.

Vor dem Katastrophenwochenende bereitete man sich im Tierheim auf das Hochwasser vor: Rund 70 freiwillige Helfer, dazu Einsatzkräfte der Zeitzer Ortswehren Aue-Aylsdorf und Nonnewitz befüllten etwa 3.700 Sandsäcke und stapelten sie. Damit sollte verhindert werden, dass das Wasser ins Tierheim läuft, es sollte aber auch weiterhin einen Zugang geben. Denn das war die Krux: Sollte das Wasser dennoch eindringen, müssten 18 Hunde in Sicherheit gebracht werden. Der Hundebereich liegt nämlich deutlich tiefer als der Weg, der Fluss und Tierheim trennt.

Hochwasser im Tierheim Zeitz: Gut, dass die Notboxen bereitstanden

Gut, dass die Notboxen bereitstanden, denn bereits in der Nacht vom Freitag zum Samstag drückte das Wasser heftig in den unteren Bereich. Doch der ursprüngliche Plan, die Hunde dann im höher gelegenen Katzenterrain in Sicherheit zu bringen, ging nicht auf. Schnell hieß es nämlich: Land unter. Sowohl die Hunde als auch die Katzen mussten aus der Einrichtung gebracht werden und kamen in privaten Pflegestellen und in einer Tierpension unter. Rechtzeitig.

„Allen Tieren geht es gut, keins kam zu Schaden“, war die entscheidende Aussage von Tierheimleiterin Eva-Maria Bauer. Ohne die vielen Helfer, die pausenlos mit anpackten, wäre es nicht zu schaffen gewesen. Und doch war die Freude über die Rettung der Tiere nur ein Moment des Aufatmens. Denn welche Schäden das Wasser anrichten würde, das war da noch lange nicht abzusehen. Und das Wasser stieg erst einmal unaufhörlich weiter. Die Platten, mit denen die Wege ausgelegt waren, schwammen zwischen den Hundezwingern, Hütten schauten nur noch mit den Dächern aus der braunen Brühe...

Hochwasser im Tierheim Zeitz: Erst nach Tagen sah man die Schäden

Erst nach Tagen sah man dann die Schäden. Die Wege waren hinüber, die Einrichtung der Tierhäuser ebenfalls. Einige Zwinger waren aufgequollen, konnten nicht mehr genutzt werden. Betroffen war auch ein Lager des Tierheims, wo neue Hütten, aber auch Späne, Teppiche, Katzenstreu und anderes Material untergebracht waren. Das musste nun alles entsorgt werden. Auch beim Aufräumen konnte man sich auf die Helfer verlassen und nach einigen Wochen konnte zumindest der Notbetrieb wieder aufgenommen werden.

Doch Mitarbeiter und Helfer standen unter Schock, die Angst blieb. „Man hat keine Ruhe mehr“, sagte Eva-Maria Bauer. Und so wäre auch die Fluthilfe letztendlich am alten Standort verbranntes Geld gewesen. Deshalb entschloss man sich zum Neubau. Der steht inzwischen, der Innenausbau läuft noch. In vier Wochen zieht das Tierheim um. Weit genug weg von der Weißen Elster. (mz)