Innenausbau des ehemaligen Zekiwa-Objektes in Zeitz

Ein Denkmal im schwierigen Wandel

In diesem Jahr läuft vor allem der Innenausbau des ehemaligen Zekiwa-Objektes. Warum drei Monate Bauverzug zusammengekommen sind.

Von Angelika Andräs
Hinter der verpackten Fassade wird gearbeitet. Foto: Angelika Andräs

Zeitz - Die Arbeiten am ehemaligen Zekiwa-Gebäude an der Ecke Badstubenvorstadt/Geschwister-Scholl-Straße in Zeitz gehen weiter. Nach dem Innenausbau zieht in die Obergeschosse das Stadtarchiv ein. Die Arbeiten müssen im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Damit ist das zeitliche Korsett sehr eng. Und es gibt bereits Bauverzug. Wie der Rahmen für die umfangreiche Baumaßnahme, der Zeitplan und aktuelle Arbeiten - auch hinsichtlich Verzug und Planung - aussehen, hat die MZ mit Unterstützung der Stadt Zeitz und der DSK zusammengestellt.

1.

Rund 15 Millionen Euro werden verbaut. Die umfangreiche Sanierung zur Umnutzung der Obergeschosse im ehemaligen Hauptgebäude ist laut Stadtverwaltung mit einer 93-prozentigen Förderung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) in Höhe von rund 10,6 Millionen Euro, bei einem Eigenanteil der Stadt Zeitz von rund 770.000 Euro, möglich. 3,6 Millionen Euro beträgt die Zuwendung gemäß der Richtlinie Hochwasserschäden Sachsen-Anhalt 2013, die eine 100-prozentige Förderung darstellt.

Das Sanierungsvorhaben zur Umnutzung der Obergeschosse des Industriedenkmals ist verbunden mit der Beseitigung der Schäden durch das Elsterhochwasser von 2013 im Untergeschoss des Hauptgebäudes: Es handelt sich um zwei förderrechtlich getrennte Zuwendungen, einmal die Modernisierung und Instandsetzung sowie energetische Sanierung des ehemaligen Zekiwa-Werkes und die Umnutzung als Stadtarchiv und andererseits die Hochwassersicherung von Hauptgebäude und Nebengebäude, heißt es ergänzend von der DSK. Die DSK bewirtschaftet die Immobilie für die Stadt Zeitz in Treuhänderfunktion und übt deshalb auch die Bauherrenfunktion aus.

2.

Eine circa dreimonatige Bauverzögerung ist bereits entstanden. Wie die DSK die Stadträte informierte, schon aus dem Vergabe- und Planungszeitraum heraus, aber auch wegen Verzögerungen im Arbeitsablauf. „Die Bauverzögerung ... wird sich auch auf die Folgearbeiten/Vergaben auswirken“, heißt es von der DSK. „Ebenso waren und werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Bauablauf verzögernd sein.“

3.

Realisiert und abgeschlossen sind unter anderem laut einer Übersicht bisher erfolgter Vergaben und Arbeiten die Baustellensicherung, der Kellerabbruch oder die Fundamentertüchtigung und die Entfernung von Farbbeschichtungen ohne Verzug. Auch der Gerüstbau erfolgte wie geplant.

4.

Lang ist die Liste der Vergaben und Arbeiten, die aus unterschiedlichen Gründen zu einer Verzögerung geführt haben. Dabei sind es „kleinere“ Verzögerungen, wie die Verschiebung des planmäßigen Abschlusses der Abbrucharbeiten von August auf November 2020. Verzögert haben sich aber unter anderem auch Rohbauarbeiten, Brandschutzbeschichtung oder Fassadensanierung wegen des Winterwetters. Auch hier spielen zum Teil Verzögerungen durch die Vergabestelle hinein, die meist bedeuten, dass der planungsmäßige Baubeginn bereits nicht eingehalten wurde, wie die DSK aufgelistet hat.

Der „Verzug durch Vergabestelle“ wird bei einigen Arbeiten auch direkt als Grund für die Verzögerung genannt: Einbau von Fenstern und Außentüren, Rekonstruktion des Haupteingangs, Rohbau und Stahlbau, Dach- und Zimmererarbeiten (sollten bereits 2020 beginnen). „Zusätzlich vergabe- beziehungsweise bauverzögernd wirkt seit Juli 2020 auch die nicht beziehungsweise unterbesetzte Vergabestelle der Stadtverwaltung Zeitz“, so die DSK.

5.

In diesem Jahr sind vor allem Arbeiten im Innenausbau geplant, wie Schlosserarbeiten, Trockenbau und Glastrennwände, Innendämmung/Putzarbeiten sowie Estrich-Einbringen. Auch Malerarbeiten, Sanitär- und Heizungsbau sowie Installationen im Bereich Lüftung/Kältetechnik stehen an. Die Elektrik soll ebenso installiert werden, wie Aufzüge und Blitzschutz. (mz)