Dieb wehrt sich mit Bissen

Dieb wehrt sich mit Bissen: Welche Strafe ein Zeitzer bekommt

Zeitz - Weil er in einem Supermarkt bei Zeitz Kleidung gestohlen hat, ist ein 25-jähriger Elsterstädter jetzt vor dem Amtsgericht zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem erhielt er wegen Körperverletzung und Nötigung eine Geldauflage von 250 Euro und muss 100 Euro Schmerzensgeld an einen Kaufhaus-Detektiv zahlen, weil er ihn gebissen haben ...

Weil er in einem Supermarkt bei Zeitz Kleidung gestohlen hat, ist ein 25-jähriger Elsterstädter jetzt vor dem Amtsgericht zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem erhielt er wegen Körperverletzung und Nötigung eine Geldauflage von 250 Euro und muss 100 Euro Schmerzensgeld an einen Kaufhaus-Detektiv zahlen, weil er ihn gebissen haben soll.

Allerdings soll auch dieser nicht zimperlich mit dem Angeklagten umgegangen sein, so dass am Ende ein paar Unklarheiten bezüglich der Gewalt blieben.

Erwiesen aber war, dass der 25-Jährige im April 2019 Kleidung im Wert von 64 Euro angezogen hatte und durch den Kassenbereich hinausgehen wollte, ohne zu bezahlen. Dort erwischte ihn der Detektiv und bat ihn, ihm ins Büro zu folgen. Allerdings leistete der Dieb in einem Zwischenbereich Widerstand.

„Er wollte flüchten, deswegen habe ich ihm Handschellen angelegt. Aber dabei hat er mich gebissen“, sagte der Detektiv vor Gericht aus. Geschlagen wolle er ihn dagegen nicht haben. Das hatte aber ein Kunde beobachtet, der ebenfalls als Zeuge geladen war. „Der hatte sich ganz schön gewehrt, da hat ihm der Detektiv mit einem Teleskopstock in die Kniekehlen geschlagen“, so der 35-Jährige.

Der Angeklagte wiederum meinte, dass die Handschellen ganz fest zugezogen waren, „das hat sehr weh getan“. Daraufhin erst habe er sich gewehrt und gebissen. Generell aber entschuldigte er sich vor Gericht für die Tat und gelobte Besserung. Sein Verteidiger ging sogar noch weiter und räumte seinem Mandanten ein Notwehrrecht ein. „Er ist ohne Grund geschlagen worden, deswegen war der Fluchtversuch gerechtfertigt. Außerdem war er kooperativ“, sagte er.

„Warum wollten Sie denn flüchten? Doch wohl nur, um die Sachen zu behalten und nicht, um sich zu wehren“, vermutete der Staatsanwalt einen räuberischen Akt und forderte ein Jahr und zwei Monate Gefängnis. Der Richter sah dagegen keinen räuberischen, sondern nur einen einfachen Diebstahl und kürzte die Strafe dementsprechend. „Allerdings herrschte bei Ihnen eine erhebliche kriminelle Energie. Und wenn Sie erwischt werden, sollten Sie auch dazu stehen und den Anordnungen folgen“, erklärte der Vorsitzende schließlich in seiner Urteilsbegründung.  (mz/mv)